Wenn ein Hersteller seinen Kunden erst einmal eine „Orientierungshilfe“ geben muss, hat er möglicherweise selbst die Orientierung verloren. Samsung erklärt in einer Pressemitteilung, „für wen sich welches Modell der Galaxy Z8-Serie eignet“. Damit sind uns die Koreaner zuvorgekommen. Denn Anlass für diesen Artikel ist genau diese Frage, weil Samsung sein Fold in ein neues Format bringt und das alte Format für ein Fold Ultra verwendet.Die technischen Details beider Folds mit der Kennziffer 8 zeigen wenige Unterschiede, die zudem im Alltag kaum auffallen dürften. Der Prozessor ist mit dem Snapdragon 8 Elite der gleiche, ebenso die Ausstattung mit 12 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, wie auch die Größen für den internen Speicher. Fündig wird man in den technischen Details bei der Akkukapazität. Da bietet das Galaxy Z Fold 8 Ultra mit 5000 Milliamperestunden 200 mehr als das Galaxy Z Fold 8. Letztlich muss man den Fokus auf die Kamera lenken, um Details zu finden, die eine Kaufentscheidung nach sich ziehen könnten. Das üppiger ausgestattete Kameramodul des Fold Ultra hat im Unterschied zum Fold ein Teleobjektiv mit einem dreifach optischen Zoom, dessen bessere Bilder bei Detailaufnahmen deutlich erkennbar sind. Auch kann das Ultra Videos in 8K-Auflösung aufnehmen.Wann welches Format?Welches Format soll es sein, das ist hier die Frage. Bei einem faltbaren Smartphone bedeutet das vor allem: Wie häufig gebrauchen die Nutzer das Außendisplay, und wie oft klappen sie das Smartphone auf, um auf dem Innenbildschirm zu lesen, scrollen, wischen und schauen? Um das Fold mit dem neuen 4:3-Format für 2000 Euro erst einmal auf die Gewinnerstraße zu bringen: Obwohl es breiter ist, liegt es besser in der Hand und guckt nicht aus der Hosentasche heraus. Dass es etwas dicker ist, ist bei der Dünne dieser Geräte gleichgültig. Legt man es zugeklappt mit der Rückseite auf den Tisch, wackelt es genauso dämlich wie das größere Fold Ultra, obwohl das Kameramodul kürzer ist.Flip, Fold Ultra und FoldHerstellerÜberraschenderweise tendieren wir dazu, das Fold trotz des mit 5,5 Zoll kleineren Außenbildschirms öfter als das zugeklappte Fold Ultra zu benutzen. Es ist, als hätte man das erste Mal ein Foldable in den Händen, das ein gewohntes Format erreicht hat, ohne ungewöhnlich schmal und hoch zu sein, wie es das Fold Ultra ist. Es verhält sich wie ein normales Smartphone. Das Ultra hingegen wirkt eher wie ein Arbeitsgerät, ein Mininotebook ohne Tastatur, das aufgeklappt werden will. Und dann allerdings seine Stärken für 2200 Euro ausspielt und mit dem Fold gleichzieht. Denn der 8 Zoll große Innenbildschirm ist nach wie vor eine Wucht und ein Tabletersatz. Die große Anzeige übernimmt die gewohnte Darstellung vom Außenbildschirm. Websites bleiben aber in der Darstellung einspaltig, ebenso das Buch in der Kindle-App. Erst wenn man es um 90 Grad dreht, ändert sich die Darstellung, etwa auf faz.net oder in der Kindle-App, auf zweispaltig. Einer der Autoren bevorzugt diese Darstellung, der andere nicht.Das kleine Fold verhält sich genau andersherum. Klappt man es auf, findet man sich im zweispaltigen Modus. Lesen lässt sich trotz des „nur“ 7,6 Zoll großen Bildschirms dennoch hervorragend. Wenn es um das Anschauen von Bildern, ob auf Websites, in der Foto-App oder Instagram, geht, führt kein Weg am Aufklappen vorbei. Mitunter versteht man erst mit den Foldables, warum Nachrichtenportale immer bildlastiger werden. Am großen Bildschirm schaut man Fotos lieber an. Auf beiden Geräten. Die Falz ist übrigens kaum noch sichtbar.Der HandschmeichlerStatt mit Größe anzugeben, will das nach oben aufklappbare Flip ein Handschmeichler für die Hosentasche sein. Das neue Modell heißt Galaxy Z Flip 8. Seit Jahr und Tag ist das Flip der ideale Begleiter für Menschen, die ein möglichst kompaktes und kleines Handy suchen, das zugleich ein vollwertiges Smartphone ist. Da das Gerät zugeklappt ungefähr die Maße eines Hanuta-Riegels hat, macht man jedoch einige kleine Kompromisse hinsichtlich Akkulaufzeit und Kamera. Aber man erhält neben dem 6,9 Zoll Innendisplay ein zweites außen mit 4,1 Zoll, das Push-Nachrichten zeigt und sich mit ausgewählten Apps nutzen lässt. Wie bei den Folds gilt: Auch hier ist die Falz des Innendisplays aufgeklappt kaum noch zu sehen.Das Flip macht sich lang, die Folds breit.HerstellerMit 256 Gigabyte Speicher kostet es 1300 Euro, mit dem doppelten Speicher 1500 Euro. Die Unterschiede zum Vorgänger Flip 7 sind minimal. Es ist einen Hauch dünner und leichter, hat einen schnelleren Prozessor erhalten und kommt nach wie vor mit 50-Megapixel-Hauptkamera, 12-Megapixel-Ultraweitwinkel und einer 10-Megapixel-Frontkamera. Ein Teleobjektiv fehlt also auch hier. Durch den effizienteren Prozessor ist die Akkulaufzeit bei unveränderter Kapazität etwas länger geworden. Man kommt gut durch den Tag. Wer mit dem kleinen Klapper liebäugelt, sollte auch einen Blick auf das Vorjahresmodell werfen. Das Flip 7 hat nämlich derzeit einen Straßenpreis von nur 830 Euro.Nicht für das iPhoneDie smarten Uhren der Koreaner folgen in diesem Jahr den Linien der Tradition, wenn es um Design, Bauform und Abmessungen geht. Das Standardmodell trägt jetzt die Versionskennziffer 9. Es ist wie gehabt in zwei Größen erhältlich, die Preise beginnen bei 410 Euro. Ein neues Classic-Modell mit drehbarer Lünette gibt es in diesem Jahr nicht. Ein größerer Akku und ein schnellerer Prozessor sind die Vorteile gegenüber der 8er-Reihe.Folgen in diesem Jahr den Linien der Tradition.HerstellerDiese Vorzüge weist auch die neue Galaxy Watch Ultra 2 auf, die wir einige Zeit ausprobiert haben. Sie kostet 750 Euro. Die Akkukapazität vergrößert sich um rund ein Drittel für Laufzeiten von zwei Tagen und mehr. Die maximale Bildschirmhelligkeit beträgt nun 5000 statt 3000 Nits, was draußen beim Sport unmittelbar zu sehen ist.Äußerlich ist die Ultra 2 kaum von ihrem Vorgänger aus dem Jahr 2024 zu unterscheiden. Auch bleibt es dabei, dass alle Samsung-Uhren nicht mit dem iPhone funktionieren und einige Gesundheitsfunktionen allein im Zusammenspiel mit einem Smartphone der Koreaner nutzbar sind.Bis zur SchmerzgrenzeDie neue Ultra gefällt durch ihren markanten Auftritt und orientiert sich bis zur Schmerzgrenze an der Apple Watch Ultra. Das betrifft nicht nur die Bauform, sondern auch die orange hervorgehobene Schnellwahltaste für wählbare Funktionen, den roten Nachtmodus und das gerippte Schwimmerarmband. Die recht große Uhr mit 47 Millimetern hat ein Gehäuse aus Titan, Saphirglas schützt die Anzeige, Mobilfunk ist an Bord, aber statt 5 G nur 4 G. Bedient wird die Watch Ultra mit zwei Tasten plus besagter Schnellwahltaste sowie dem Finger auf der Anzeige. Das Menüsystem entspricht den üblichen Konventionen des Hauses. Die Symbole auf dem Display könnten feiner gezeichnet sein, auch bei den Zifferblättern gibt es viel Comic-Stil und eher wenig Raffinesse.Wieder mit mit drehbarer LünetteHerstellerDie Uhr wird mit den Samsung-Apps Wear und Health verbunden. Hinsichtlich der Sensoren für Sport und Gesundheit ist die Galaxy auf der Höhe der Zeit. Sie erfasst nicht nur Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung und Temperatur, sondern kann mit einem Samsung-Smartphone ein Einkanal-EKG erstellen, Schlafapnoe ermitteln und den Blutdruck messen. Dazu muss man zwecks Kalibrierung einige Vergleichsmessungen mit einem herkömmlichen Gerät anfertigen. Die Ergebnisse wichen bei unserer Erprobung dennoch von den Messungen des herkömmlichen Geräts ab.Was Samsung jetzt nachliefert, ist der Tauchmodus, den die Apple Watch Ultra schon länger bietet. Die Uhr hält den Wasserdruck in bis zu 100 Meter Tiefe aus und startet beim Abtauchen automatisch die neue Depth-App zur Anzeige der aktuellen Tiefe. Eine weitere Sportart, die jetzt besser unterstützt wird, ist der Geländelauf. Google Gemini als Sprachassistent kann unterwegs eine Hilfe sein, reagiert aber zu langsam. Insgesamt ist 2026 für Samsungs Uhren ein Jahr der Kontinuität. Aber die hellere Anzeige und die längere Laufzeit können ein Grund sein, die ganz neuen Modelle in den Blick zu nehmen.
Samsung präsentiert drei neue Smartphones und drei neue Uhren
Samsung setzt Nachwuchs in die Welt: Das Klapphandy Fold erscheint in einer neuen Bauform. Das Ultra folgt der Tradition. Die smarten Uhren der Koreaner werden verbessert. Ein erster Test der Neuheiten.







