Berlin bekommt ab 2027 einen eigenen Buchhandlungspreis. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe will jährlich sechs unabhängige Buchhandlungen auszeichnen. Für den ersten Jahrgang und die Vorbereitung stellt der Senat 125.000 Euro bereit.Der neue Preis kommt kurz nachdem der bundesweite Deutsche Buchhandlungspreis heftigen Streit auslöste. Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte Anfang März drei von einer unabhängigen Jury ausgewählte Buchhandlungen – darunter die Berliner Buchhandlung „Zur schwankenden Weltkugel“ – von der Preisliste streichen lassen.
Er begründete dies mit „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“. Welche konkreten Vorwürfe gegen die Buchhandlungen vorlagen, wurde nie öffentlich gemacht. Weimer sagte anschließend die für die Leipziger Buchmesse geplante Preisverleihung ab.
Die betroffenen Buchhandlungen gingen juristisch gegen das Vorgehen vor. Im April untersagte das Verwaltungsgericht Berlin Weimer zudem, die Betreiber der „Schwankenden Weltkugel“ als „politische Extremisten“ zu bezeichnen.
Eine unabhängige Jury entscheidet über die Bewerbungen
Der Berliner Buchhandlungspreis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Berlin-Brandenburg organisiert. Ausgezeichnet werden ab 2027 sechs inhaber- oder genossenschaftlich geführte Buchhandlungen mit höchstens fünf Filialen und einem Jahresumsatz von weniger als einer Million Euro. Eine unabhängige sechsköpfige Jury soll über die Bewerbungen entscheiden.






