Wer Kinder hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Und wer mit ihnen eine lange Autofahrt unternimmt, der wünscht sich manchmal eine Rakete, um wahlweise sich selbst oder die brüllende Brut auf den Mond zu schießen. Es wird genörgelt und gefuttert, gestritten und zu kurz geschlafen. Alle zwei Minuten muss irgendetwas nach hinten gereicht, ein neues Spiel gespielt oder eine andere Geschichte erzählt werden. Die Kinder treten gegen die Vordersitze, verteilen die Maiswaffeln in allen möglichen Ritzen, ziehen sich aus und gegenseitig an den Haaren. Und dann, ganz am Ende, wenn die Serpentinen kommen, übergeben sie sich an der Schüssel vorbei.Kinder und Urlaub – das ist eigentlich ein Widerspruch. Allein schon der ständige Lautstärkepegel und Beschäftigungszwang, die Nahrungszu- und -nachbereitung, die Einschlafrituale, der Streit um den Handysperrcode – und dann, das Schlimmste: Ein paar Monate später haben sie schon wieder alles vergessen.Ein luxuriöses Netz für entnervte FamilienSo ist es meistens. So muss es aber nicht sein. Zumindest wenn man nicht nur Kinder, sondern auch den richtigen Kontostand hat. In den österreichischen Bergen, gut eineinhalb Autostunden von Salzburg entfernt, liegt ein Ort, der alle Mühsal und Raketenträume vergessen lässt. Ein Ort, an dem Ruhe und Gelassenheit, Eleganz und Zuvorkommenheit ein luxuriöses Netz bilden, in das sich entnervte Familien einfach fallen lassen können. Das Moar Gut ist wahrscheinlich das schönste Familienhotel Europas. Hier werden nicht nur Kinder beglückt, hier finden auch Eltern das, was sie sonst nur ohne ihre Kinder erleben: Erholung.Hier können die Eltern sich eine Auszeit nehmen: die Ruhezone des Spa-Bereichs.Moar GutAm Fuß eines Bergmassivs gelegen, von Wäldern und Wiesen umgeben, liegt das Naturresort wie ein paradiesisches Dorf im Jenseits der aufreibenden Alltäglichkeit. Wer hier nach anstrengender Fahrt ankommt, wird von sanfter Musik in der Tiefgarage empfangen, der darf sich in der Lobby mit Quellwasser das Gesicht waschen, der wird von zuvorkommenden Mitarbeitern lächelnd willkommen geheißen. An der Rezeption gibt man den Autoschlüssel ab – das gesamte Areal ist autofrei – und kann sich auf die Terrasse zu einem ersten Mittagessen oder kleinen Braunen zurückziehen. Währenddessen wird das Gepäck aus der chaotischen Familienkutsche aufs Zimmer gebracht und ordentlich vor die Schränke gestellt. Ein kleiner Schritt für den Gepäckservice, aber ein großer Schritt für die erschöpfte Fahrgemeinschaft.Gleichzeitigkeit von UngleichzeitigemDas Moar Gut verfolgt im Grunde nur eine einzige, dafür aber einzigartige Idee: die Gleichzeitigkeit von eigentlich Ungleichzeitigem. Hier nehmen Eltern entspannt ein Champagnerfrühstück am wunderschönen Natur-Badesee zu sich, obwohl sie vier Kleinkinder haben. Hier spielen sie Tennis, während ihr Baby floatet oder massiert wird. Ab dem 30. Lebenstag kann man seine Kinder hier in die Obhut von Hebammen geben. In der Natur-Krabbelstube gibt es nicht nur kunststofffreie Materialien, sondern auch einen Betreuungsschlüssel, von dem jede heimische Kita nur träumen kann. Egal, wo man hinkommt, egal, welches Angebot man in Anspruch nimmt, immer hat man das beruhigende Gefühl, dass es genug Platz und genug Aufsicht gibt.Auch für Regentage gibt es etwas: die Trampolin-Indoorhalle.Matthias WarterMan kann gar nicht sagen, dass der Kinderbereich das Zentrum des Resorts bildet – und doch ist zum Beispiel das unterirdische goldene Bällebad, in das die Kinder jauchzend hineinrutschen können, ein Ort, an den man immer wieder zurückkehrt – vorbei an den Malateliers, den offenen Werkstätten, Klettertunneln, Leseecken und Toberäumen. Auf zwei Etagen erstreckt sich der Kinderbereich, der mit heimischen Hölzern, Leinen und Hanfseilen ausgestattet ist. Nicht nur die Materialien und die Haustiere, auch etwa das Wildfleisch oder die Früchte kommen mehrheitlich aus der Umgebung. Die Bindung an die Natur, die das Resort umgibt, ist mehr als nur eine Pro-forma-Disziplin zur Gewinnung des gerade angesagtesten Ökosiegels. Sie hat etwas mit der traditionsreichen Geschichte des Hauses zu tun, das bis heute in Familienhand ist.Im Moar Gut beginnt die Kinderbetreuung schon ganz früh: Baby-Floating.Matthias WarterDie Ursprünge des Moar Guts reichen zurück bis ins Jahr 1914, als Alois Prommegger das damalige Landgut „Mayer zu Bach“ im Großarltal erwarb. Über mehrere Generationen hinweg entwickelte sich aus dem traditionellen Bauernhof zunächst eine kleine Pension und schließlich das heutige Familienresort. Seit den Neunzigerjahren führen Elisabeth und Josef Kendlbacher das Moar Gut und gestalten den Familienbetrieb mit Genauigkeit und finanzieller Risikobereitschaft zum heutigen 5-Sterne-Resort um. Auch ihre vier Kinder Nora, Thomas, Viktoria und Paul sind inzwischen Teil der Moar-Gut-Bande: Thomas trägt als Geschäftsführer unternehmerische Verantwortung, während Nora als studierte Tourismusmanagerin vor allem die Weiterentwicklung des Hotels und seiner Angebote gestaltet. Viktoria unterstützt neben ihrem Medizinstudium an Wochenenden und in den Ferien im Restaurant, während Paul seine internationale Erfahrung an der Rezeption einbringt.Direkter Körperkontakt mit den TierenDas Glücksgeheimnis dieses Ortes besteht darin, dass sich hier keine Hotelkette, sondern eine Großfamilie darüber Gedanken gemacht hat, wie Familien am besten und entspanntesten Urlaub machen könnten. Deshalb gibt es nicht nur eine Trampolinhalle und einen Gaming-Room, sondern auch einen Kleintierbauernhof mit Hühnern, Ziegen, Kühen, Hasen, Kaninchen und Schweinen. Nahezu in alle Gehege können die Kinder über eine Leiter einsteigen und so in direkten Körperkontakt mit den Tieren kommen.Wunderschöner PanoramareitwegAußerdem kann jede Familie zu Beginn ihres Urlaubs eine Tierpatenschaft übernehmen und sich so zumindest temporär verantwortlich für Hege und Pflege fühlen. Spektakulär ist die Reithalle mit freischwebendem Dach: Sechzehn Pferde leben auf dem Resort, die nicht nur von Kindern, sondern auch von ihren Eltern geritten werden können. Ein wunderschöner Panoramareitweg verläuft oberhalb des Moar Guts und führt einem die vielgestaltige Weitläufigkeit des Areals vor Augen. Auf halber Höhe gelegen ist die Yoga-Plattform, von der man im herabschauenden Hund eine spektakuläre Aussicht ins Tal hat. Es gibt verschiedene Fitnessräume, in denen Trainingsgeräte und Pilates-Maschinen stehen. Es gibt Kletter- und Boulderwände, Spielplätze, Bogenschießparcours und Kräutergärten – und für Regentage ein Panoramahallenbad, das die Kinder schon wegen der steilen Wellenrutsche nicht so schnell vergessen werden.Kleintierbauernhof mit Hühnern, Ziegen, Kühen, Hasen, Kaninchen und SchweinenMatthias WarterDort verbringen sie Stunden, während ihre Eltern obendrüber im Natur-Spa saunieren, die Dampfbäder besuchen oder in den von Seerosen umsäumten Bergsee springen. Man braucht hier nicht die sonst üblichen Einmal-Schlappen anzuziehen, denn Böden und Wände sind aus schwarzem Granitstein gemacht, in den Ecken flackern Kerzen, geschwungene Treppen führen in die Ruheräume mit Blick auf die Berge. Im Grunde kann es gerade keinen idealeren Ort geben, denkt man kurz, wenn man dort mit einer Tasse Kräutertee liegt und die Kinder unten auf einem geführten Pony-Ausritt vorbeireiten sieht.Das jeden Tag wechselnde Kinderprogramm geht von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends und beinhaltet auch die Verköstigung. Das heißt, die Eltern können nicht nur kurz zur Saftbar hasten, sondern auch im Restaurant Ferdinand essen gehen und dort die exquisite österreichische Küche genießen. Bevor sie dann die glücklichen Kinder abholen und in der Familiensuite am Kachelofen noch aus dem hauseigenen Kinderbuch über den abenteuerlustigen Hahn Gusti vorlesen. Und beim Einschlafen an alles, nur nicht an die Rückfahrt denken.Informationen: Preis für 3 Personen (2 Erwachsene und 1 Kind) ab 995 € pro Nacht inklusive Vollpension. Das Familien Natur Resort Moar Gut liegt in Großarl im Salzburger Land in Österreich. Großarl liegt eingebettet im Naturschutzgebiet der Hohen Tauern, etwa 70 Kilometer von Salzburg entfernt. www.moargut.com.
Das Familienhotel Moar Gut bei Salzburg
Das Moar Gut im Salzburger Land ist eines der schönsten Familienhotels Europas. Hier werden nicht nur Kinder beglückt, hier finden auch Eltern das, was sie sonst nur ohne ihre Kinder erleben: Ruhe und Erholung.






