Sprachmodelle sind im Entwicklungsalltag angekommen und mit ihnen eine bekannte Erfahrung: Generierter Code ist syntaktisch plausibel, fachlich aber oft ahnungslos, und die Fehlersuche kostet Stunden. Die Ursache liegt selten im Modell selbst, sondern im fehlenden Zugang zur eigenen Domäne. Genau an dieser Stelle rückt Architekturarbeit wieder in den Vordergrund: Wer LLMs sinnvoll einsetzen will, muss fachlichen Kontext explizit machen.
Die Online-Konferenz InfoDays: Software-Architektur am 6. und 7. Oktober 2026 greift diesen Zusammenhang in mehreren Beiträgen auf. So wird beispielsweise gezeigt, wie Domain Storytelling und EventStorming nicht nur gemeinsames Verständnis im Team schaffen, sondern präzise Artefakte erzeugen, die sich als Input für Sprachmodelle nutzen lassen.
Vom Prompt-Monolithen zur Agentenarchitektur
Ein weiterer Beitrag beschreibt die „Spaghetti-Phase“ der KI-Entwicklung: monolithische Prompts und enge Kopplung führen zu fragilen Systemen. Der Lösungsweg kommt aus drei Jahrzehnten Software Engineering: GoF-Patterns entkoppeln Agentenlogik vom Modell und ermöglichen Provider-Agnostik, Domain-Driven Design zerlegt überladene „God Agents“ in wartbare Worker.
Praktisch wird es beim Thema Modellwahl: Ein Talk berichtet aus echten Projekten, wie sich lokale, EU-gehostete und öffentliche Modelle als Sparringspartner für Architekturentscheidungen einsetzen lassen. Die organisatorische Kehrseite behandelt ein Vortrag zum Vibe Coding: Wenn Anwendungen primär über natürliche Sprache entstehen, können auch Personen ohne Entwicklungserfahrung funktionierende Software bauen – mit entsprechenden Folgen für Unternehmen.







