Nach monatelangen Ermittlungen mit Beamten aus 22 Ländern weltweit gegen kriminelle Netzwerke in Westafrika sind nach Angaben von Interpol 58 Menschen festgenommen und 263 Verdächtige identifiziert worden. Die internationale Polizeibehörde wirft ihnen unter anderem Liebesbetrug – sogenanntes Romance-Scamming – vor.
Die gut organisierten Netzwerke stammen demnach ursprünglich aus Westafrika, wo oft auch die Hauptverantwortlichen sitzen. Sie finden ihre Opfer aber weltweit und haben teils internationale Ableger. Daher spricht Interpol zwar von einer »Operation gegen westafrikanische organisierte Verbrechergruppen«, die Festnahmen erfolgten allerdings andernorts.So wurden in Südafrika 39 Verdächtige festgenommen und sieben Objekte in Johannesburg durchsucht. Ein Syndikat soll von dort aus Liebes- und Anlagebetrug an Rentnern in englischsprachigen Ländern organisiert haben. Im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmten die südafrikanischen Strafverfolgungsbehörden 2,67 Millionen US-Dollar und sperrten 257 Bankkonten, wie es hieß.
In Argentinien gab es den Angaben zufolge 17 Festnahmen. Außerdem seien 196 Verdächtige im Zusammenhang mit einem großen Netzwerk für Organisierte Kriminalität identifiziert worden. Sie stehen im Verdacht, Website-Domains und Unterstützung bei der Geldwäsche für westafrikanische kriminelle Organisationen bereitgestellt zu haben. Festnahmen gab es demnach auch in Rumänien und Italien.Betrug mit angeblicher LiebeBei Liebesbetrug wird den Opfern Liebe vorgegaukelt und nach dem Aufbau einer scheinbaren Beziehung Geld gefordert – beispielsweise für angebliche Notlagen, kranke Angehörige oder den Kauf eines Flugtickets für ein Treffen. In vielen Fällen sind die Opfer einsame ältere Menschen, die bereits sind, für die angebliche Beziehung finanzielle Opfer zu bringen.












