Nun hat offenbar die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) den Beinahe-Kollaps des Hedgefonds unter die Lupe genommen. Wie die „New York Times“ unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet , hat die SEC Banken vorgeladen, die die Handelsgeschäfte des Hedgefonds abgewickelt und ihm mit Krediten geholfen hatten, seine Wetten zu finanzieren.Laut der New Yorker Zeitung frage die SEC Informationen über den zeitlichen Ablauf der Geschäfte von Situational Awareness sowie über die Kommunikation des Fonds mit seinen Kreditgebern über die aufgenommenen Mittel, also die Fremdfinanzierung, ab. Zudem habe die Behörde die Banken aufgefordert, alle sämtliche Informationen im Zusammenhang mit dem Hedgefonds ausnahmslos zu sichern, heißt es in der „NYT“.

„Es ist zu erwarten, dass die Aufsichtsbehörden Fonds, die besonders viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, erhebliche Renditen erzielen oder besonders drastische Verluste erleiden, genau unter die Lupe nehmen“, sagte ein Sprecher von Situational Awareness gegenüber der „NYT“. „Wir sind ein streng reguliertes Unternehmen und werden mit den Behörden bei jedem Auskunftsersuchen vollumfänglich kooperieren.“

Die SEC beaufsichtigt Finanzmärkte und soll dabei insbesondere Privatanleger schützen. In der Vergangenheit brachte die Behörde wiederholt zivilrechtliche Verfahren gegen Investmentfirmen in Gang, die hohe Verluste verursacht hatten. Im Fall von Situational Awareness seit laut „NYT“ kein Fehlverhalten festgestellt worden, die Untersuchung stünde noch ganz am Anfang.Situational Awareness hat die Hoffnung noch nicht aufgegebenSituational Awareness hatte innerhalb von nur zwei Jahren mehr als 20 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen aufgebaut, der deutsche Investor Aschenbrenner galt für viele als Wunderkind und wurde als „Nostradamus der KI“ bezeichnet. Der rasante Aufstieg von Situational Awareness fand im Juli ein jähes Ende, als die Bewertung vieler KI-Werte schlagartig einbrach. Investoren, wie die Investmentfirma Jane Street, verloren dabei teils Milliarden. Citadel-Chef Griffin verkaufte 80 Prozent der in der Rettungsaktion erworbenen Aktien laut einem „FT“-Bericht bereits wenige Wochen danach wieder.