In Armenien ist der frühere Präsident Robert Kotscharjan wegen Vorwürfen der Korruption und Veruntreuung öffentlicher Gelder festgenommen worden. Der Ex-Staatschef und heutige Oppositionsführer sowie mehrere seiner Vertrauten würden verdächtigt, Ämter missbraucht zu haben, um sich »öffentliches Eigentum anzueignen« sowie »Vermögenswerte weit unterhalb des Marktpreises« zu erwerben, erklärte die armenische Antikorruptionsbehörde. Unmittelbar nach seiner Festnahme wurde er den Angaben zufolge wegen seines hohen Blutdrucks in ein Krankenhaus gebracht.Im Zuge der Ermittlungen wurden demnach sechs Menschen festgenommen, unter ihnen auch Kotscharjans Sohn Sedrak Kotscharjan, ein Geschäftsmann. Zudem liefen nach Angaben der Behörde Durchsuchungen an Dutzenden weiteren Orten, darunter bei Unternehmen, die mit Kotscharjans Familie in Verbindung stünden. Dabei sei auch Lewon Kotscharjan in den Fokus geraten, ein weiterer Sohn Kotscharjans.Der heute 71-jährige Kotscharjan regierte die Kaukasusrepublik von 1998 bis 2008 und stand bereits in der Vergangenheit unter Korruptionsverdacht. Für seine Kritiker symbolisiert er die alten Eliten, die das Land ausgeplündert hätten. Der russlandfreundliche Politiker hatte nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit einen hohen Posten in einem russischen Konzern angenommen. 2018 war er für mehrere Monate festgenommen worden – damals wegen Vorwürfen des Wahlbetrugs bei der Präsidentschaftswahl 2008. Das Verfahren wurde inzwischen eingestellt.
Armeniens Ex-Präsident Kotscharjan wegen Korruptionsverdacht festgenommen
Früher regierte er das Land, heute führt er Armeniens Opposition an: Robert Kotscharjan soll seine hohe Position für wirtschaftliche Vorteile ausgenutzt haben. Auch seine Söhne stehen unter Verdacht.










