Die frühere deutsche Aussenministerin Baerbock erhält einen Job an einer renommierten US-Universität – und erntet dafür SpottVon den Vereinten Nationen in den Hörsaal: Annalena Baerbock wird nach ihrer Zeit als Präsidentin der Uno-Generalversammlung Professorin in New York. Nicht jeder findet das angemessen.25.08.2026, 16.24 Uhr3 LeseminutenDie ehemalige deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Bis Anfang September ist sie noch deren Präsidentin.Lev Radin / ImagoAnnalena Baerbock bleibt in der Stadt, in der sie sich nach eigenem Bekunden so wohlfühlt: Nach dem Ende ihrer Amtszeit als Vorsitzende der Generalversammlung der Vereinten Nationen übernimmt die Grünen-Politikerin eine Lehrtätigkeit an der renommierten Columbia-Universität in New York. Die ehemalige deutsche Aussenministerin wird Professorin für «Global Leadership» und Co-Direktorin des Masterprogramms «Master of Public Administration in Global Leadership».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Baerbocks Tätigkeit als Präsidentin der Generalversammlung endet am 8. September und war von vornherein kein auf Dauer angelegtes Amt. Die Amtszeit ist immer an die einjährige Sitzungsperiode des Gremiums geknüpft, der Posten wird jedes Jahr an ein anderes Land vergeben. Nachfolger der Deutschen wird der erfahrene Diplomat Khalilur Rahman, der seit Februar Aussenminister von Bangladesh ist.Der Karriereschritt Baerbocks deutet darauf hin, dass sie zumindest vorerst keine Rückkehr in die aktive Politik anstrebt. In einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur hatte sie kurz nach ihrem Amtsantritt darüber gesprochen, wie sehr sie es geniesse, in der Vielfalt der Stadt New York «unterzugehen». Das sei für sie «befreiend».Kritik an der UniversitätDie öffentlichen Reaktionen auf die neue Tätigkeit Baerbocks kamen umgehend und waren teils spöttisch. Wolfgang Kubicki, Vorsitzender der FDP, kommentierte den Jobwechsel auf der Plattform X mit der Frage: «Was wusste Merz, als er erklärte, er wolle seine Kinder nicht in den USA studieren lassen?»Der AfD-Politiker Maximilian Krah, der einen Abschluss von der Business School der Columbia Universität hat, monierte, Baerbock habe «keinen wissenschaftlichen Hintergrund». Er sehe seinen Abschluss durch das Engagement der Grünen-Politikerin «entwertet». Er werde daher der Universität schreiben und um eine «Klarstellung» bitten.Der Schwerpunkt des Global-Leadership-Programms ist allerdings mehr ein praktischer als ein wissenschaftlicher.Der Master of Public Administration in Global Leadership ist ein zehnmonatiges Vollzeitprogramm der School of International and Public Affairs (Sipa) für erfahrene Führungskräfte. Studienvoraussetzung sind mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Das Programm richtet sich laut Eigenbeschreibung an Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und dem Non-Profit-Sektor. Besonders geworben wird mit dem Austausch international renommierter Führungskräfte, zu denen künftig wohl auch Baerbock zählt.Angeblich «Chefdiplomatin der Vereinten Nationen»Während Baerbocks Zeit bei den Vereinten Nationen bestimmten internationale Krisen wie die Kriege in der Ukraine oder dem Mittleren Osten die Agenda. Für ihre Amtsführung wurde Baerbock ungewöhnlich deutlich kritisiert. Die Vereinigten Staaten und Russland warfen ihr vergangene Woche vor, sie überschreite ihre Kompetenzen als Präsidentin der Generalversammlung.Die Politikerin brachte sich auch selbst immer wieder ins Gespräch, etwa indem sie in sozialen Netzwerken auf recht unbefangene Weise Einblicke in ihren New Yorker Alltag gewährte – von der Taxifahrt bis zur Arbeit im Gebäude der Generalversammlung.In Deutschland sorgte sie im Februar mit einem Auftritt in der Talkshow von Sandra Maischberger für Verwunderung: Dort bezeichnete sie sich als «Chefdiplomatin der Vereinten Nationen, die im Namen von 193 Staaten spreche».Diese Selbstbeschreibung entspricht nicht den eher protokollarischen Aufgaben der Präsidentin der Generalversammlung; am ehesten trifft sie auf die Position des Uno-Generalsekretärs zu, von dem sich allerdings bei weitem nicht alle Mitgliedstaaten vertreten fühlen. So oder so: Baerbock hatte diesen Posten nicht inne.Passend zum Artikel
Baerbock wird Professorin an der Columbia Universität und erntet Spott
Von den Vereinten Nationen in den Hörsaal: Annalena Baerbock wird nach ihrer Zeit als Präsidentin der Uno-Generalversammlung Professorin in New York. Nicht jeder findet das angemessen.










