In Indonesien kämpft ein Teenager im Superman-Kostüm gegen Waldbrände an. Der 17 Jahre alte Rudiyansah, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt, ist durch verschiedene Internetvideos und Agenturberichte in den vergangenen Tagen zum Internetstar aufgestiegen. Der ernste Hintergrund seines Einsatzes im Heldenkostüm sind seit Wochen schwelende Brände im indonesischen Teil der Insel Borneo, die große Gebiete der Region in beißenden Rauch hüllen.Die Videos zeigen Rudiyansah im blauen Overall, mit rotem Mantel und dem ikonischen „S“ auf der Brust in einer verkohlten Landschaft. In den Händen hält er einen Schlauch, mit dem er Wasser auf unterirdische Schwelbrände im Boden spritzt. Im Gesicht trägt er teilweise eine Gasmaske, um sich gegen den giftigen Rauch zu schützen, der aus den brennenden Torfschichten im Untergrund des Inselbodens aufsteigt.Seitdem sein Einsatz viral ging, hat der indonesische Forstminister den Jungen zum „Helden des Waldes“ erklärt. Der Teenager aus der Stadt Palangkaraya berichtete der Agentur AFP, er habe schon im Jahr 2023 angefangen, seinem Vater nach der Schule bei Löscharbeiten zu helfen. In diesem Jahr habe er aber zum ersten Mal das Kostüm übergezogen. Um besser geschützt zu sein, tränke er das Kostüm vor seinem Einsatz mit Wasser. Jeden Abend wasche er es.72 Festnahmen wegen mutmaßlicher BrandrodungDas Superman-Outfit habe er aber lediglich „aus Spaß“ angezogen, berichtete der Teenager weiter. Das bunte Kostüm schafft im Kontrast zur schwarzverkohlten Erde aber starke Bilder, die die Aufmerksamkeit auf das Problem der wiederkehrenden Waldbrände lenken. Die Feuer werden in diesem Jahr durch eine besonders intensive Version des Wetterphänomens El Niño und eine damit verbundene Dürre verschärft.Als Hauptursache gelten aber menschliche Aktivitäten. Bauern und Plantagenbesitzer legen häufig Feuer, um Boden für die Landwirtschaft freizulegen. So haben die Behörden bereits 72 Personen wegen illegaler Brandrodung festgenommen. Unter Berufung auf die Polizei berichtet die Zeitung „The Jakarta Globe“, dass in den sechs am stärksten betroffenen Provinzen 64.000 Hektar abgebrannt seien.Schlimmer war es in den letzten Jahren lediglich im Jahr 2015. Wie damals mussten auch diesmal Hunderte Schulen wegen des Rauchs geschlossen werden. Tausende Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die Zeitung „Kompas“ berichtet von insgesamt 190.000 Hektar, die allein von Januar bis Juni abgebrannt seien. Von der betroffenen Fläche sind dem Bericht zufolge 22 Prozent Torflandschaften und 46 Prozent Waldgebiete.Betroffen sei überwiegend Nutzwald, aber zu einem geringeren Prozentsatz auch geschützte Gebiete, in denen Tiger, Nashörner, Elefanten und Orang-Utans leben. In einem Fall hatten sich die Flammen bis auf wenige Hundert Meter einem Rettungs- und Rehabilitationszentrum für Orang-Utans genähert. 60 Tiere mussten in weniger gefährdete Bereiche des Zentrums gebracht werden.