Der deutsche Staat hat im ersten Halbjahr wegen milliardenschwerer Investitionen rote Zahlen geschrieben. Die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung überstiegen die Einnahmen um rund 71,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag bekannt gab. Damit fiel das gesamtstaatliche Defizit um 36,6 Milliarden Euro höher aus als ein Jahr zuvor.
Die Summe entspricht einem Defizit von 3,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Der EU-Wachstums- und Stabilitätspakt sieht eine Obergrenze von drei Prozent vor.Das Minus ist zu großen Teilen auf das Finanzierungsdefizit des Bundes von 48,1 Milliarden Euro zurückzuführen. Es wuchs damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29,0 Milliarden Euro. »Maßgeblich für den Bund sind die Mehrausgaben im Bereich Verteidigung und zusätzliche Investitionen und Subventionen, die aus den Sondervermögen finanziert werden«, sagte Steuerexperte Jens Boysen-Hogrefe vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Zudem liefen die Steuereinnahmen »eher moderat«.
Gemeinden verringern DefizitBei den Ländern wuchs der Fehlbetrag um 3,5 Milliarden Euro auf 6,5 Milliarden Euro. Die Gemeinden verringerten hingegen ihr Defizit um 1,5 Milliarden Euro auf 14,8 Milliarden Euro. Die Sozialversicherung verzeichnete ein Minus von 1,8 Milliarden Euro, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch ein Überschuss in Höhe von 3,8 Milliarden Euro erzielt wurde. »Dies lag insbesondere an höheren Ausgaben in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung«, erklärten die Statistiker. (Hier finden Sie weitere aktuelle Konjunkturdaten.)









