Vor der Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg fordern die Grünen schnelle Beschlüsse für einen besseren Hitzeschutz. Zugleich werfen sie der SPD Scheinheiligkeit in der Debatte vor. »Bei der SPD tut sich zwischen Reden und Handeln eine Kluft auf, die noch größer ist als die deutsche Klimaschutzlücke«, schreibt die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, in einem Positionspapier, das dem SPIEGEL vorliegt. Anders lasse sich nicht erklären, dass die SPD-Ministerinnen und -Minister nun mit ihrem Aktionsplan gegen Hitze »eine Art Wahlprogramm zum Hitzeschutz« vorlegten, anstatt als Teil der Regierung wirksame Klimaanpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen durchzusetzen, so Verlinden weiter.Die SPD-Kabinettsmitglieder forderten mehr Mittel für Programme, die sie noch vor Kurzem selbst gekürzt oder deren Aufstockung sie abgelehnt hätten, kritisiert die Grünenpolitikerin. Als Beispiele nennt Verlinden die Kürzung der Förderrichtlinie »Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen« im Bundeshaushalt 2027 um 86 Prozent sowie die Reduzierung eines in der Vergangenheit mehr als zehnfach überzeichneten Programms zur »Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel«. Auch habe die schwarz-rote Koalition die Forderung der Grünen zurückgewiesen, fünf Milliarden Euro aus dem Sondervermögen zum Schutz der Städte vor Extremwetterereignissen wie Hitze, Dürre und Starkregen zur Verfügung zu stellen.
Grüne werfen SPD Scheinheiligkeit beim Hitzeschutz vor
Die SPD will das Grundgesetz ändern, um den Hitzeschutz zu verbessern. Das stößt auf Kritik der Grünen. Der Vorwurf: Die Sozialdemokraten fordern mehr Geld für Programme, die sie zuvor selbst gekürzt haben.













