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BYDs erstes europäisches Autowerk in Ungarn soll Ende des Jahres in Betrieb gehen. Foto: LiveEO/Airbus/SPOT Wirtschaft von oben #418 – BYD: BYD sucht ein zweites Europa-Werk, obwohl das erste noch nicht fertig ist Steigende Auslandsverkäufe sollen BYDs Schwäche in der chinesischen Heimat kompensieren. Satellitenbilder zeigen: Der Bau der ersten europäischen Fabrik ist längst nicht abgeschlossen. „Wirtschaft von oben“ ist eine Kooperation mit LiveEO.
Bislang liefert der chinesische Autohersteller BYD seine Fahrzeuge per Schiff nach Europa. Acht eigene Frachter zählen inzwischen zur Konzernflotte, teilweise können sie bis zu 7000 Fahrzeuge laden. Zuletzt stieß BYD an Grenzen: 2024 schiffte das Unternehmen 50.912 Fahrzeuge nach Europa, 2025 waren es schon 187.657. Bis Ende des Jahrzehnts will es sein Exportgeschäft kräftig ausbauen. Bis dahin sollen die Hälfte aller BYD-Autos im Ausland verkauft werden. Auf Dauer sprengt das jede Flottenkapazität.Künftig will BYD direkt in Europa produzieren. Das schont nicht nur die Konzernflotte, sondern auch den Geldbeutel. Die Vor-Ort-Produktion löst ein weiteres, teures Problem des Autoherstellers: Wie alle chinesischen Hersteller zahlt BYD Strafzölle auf Elektroautos, die aus China in die EU kommen. Wer in Europa baut, zahlt sie nicht.Der Plan an sich ist nicht neu. Schon 2023 kündigte der Autokonzern sein erstes Werk in Europa an. Nur drängt er inzwischen deutlich stärker als damals gedacht. In China verkaufte BYD im ersten Halbjahr 2026 nur noch 1.016.255 Fahrzeuge – knapp 40 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.Chinas Elektroautohersteller stehen in der Heimat unter massivem Druck. Die Konsumlaune ist schwach, der Markt gesättigt und in wenigen Jahren sind Dutzende neue Anbieter dazugekommen. Wer überhaupt kauft, wartet oft auf das nächste Modell, das schon in wenigen Monaten günstiger oder besser sein dürfte. Markentreue gibt es kaum. So entwerten die Hersteller mit jeder Neuvorstellung ihr eigenes Sortiment.Ein Lichtblick findet sich in BYDs Bilanz des ersten Halbjahrs aber doch: Außerhalb Chinas verkaufte BYD im ersten Halbjahr 792.256 Fahrzeuge – über 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das konnte den Rückgang im Heimatmarkt zumindest teilweise wettmachen. Umso wichtiger wird für den Konzern nun das Auslandsgeschäft.Warum BYD in Ungarn für Europa produziertDerzeit besonders im Fokus: BYDs erstes Werk in Europa. Auf Satellitenbildern lässt sich verfolgen, wie der Konzern in ungarischem Szeged baut. Und: Es soll nicht lange das einzige bleiben. Ein genauerer Blick verrät: Eine lokale Produktion allein wird nicht ausreichen, um den hiesigen Markt zu erobern.






