Breel Embolo bleibt unberechenbar: Viel Geld begleitet den Transfer des Schweizer Nationalspielers in die USANach nur einem Jahr bricht der 29-jährige Stürmer das Langzeitprojekt bei Stade Rennes ab. Das zieht auch Irritationen nach sich. Doch der Wechsel von der Ligue 1 in die Major League Soccer zum Atlanta United FC hat ein Volumen von über 15 Millionen Euro.24.08.2026, 17.00 Uhr5 LeseminutenAktualisiertBreel Embolo wechselt in die USA zum MLS-Klub Atlanta United.Lindsey Wasson / APEs sind verhängnisvolle Minuten, die den Schweizer Nationalspieler Breel Embolo noch lange begleiten werden. Unabhängig davon, wie sie hinterher gewertet werden und ob die Hüter der internationalen Fussballregeln im Nachgang zum Schluss kommen, dass das unerbittliche Verdikt gegen Embolo falsch war.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.WM-Viertelfinal Schweiz gegen Argentinien, das Momentum scheint nach etwas mehr als 65 Spielminuten und dem 1:1-Ausgleich auf die Seite der Schweizer zu kippen, dann die perfekt inszenierte Embolo-Schwalbe an der Seitenlinie draussen, der Foulpfiff, die Intervention des Videoschiedsrichters, zweite Verwarnung gegen den Schwalbenkönig, Platzverweis. Embolo versteht die Welt nicht mehr, verlässt unter Tränen den Rasen – und die dezimierte Schweiz verliert gegen Argentinien nach Verlängerung und ohne Embolo 1:3.Das war Mitte Juli. Am Sonntag kommunizierte der Atlanta United FC, der Klub aus der Major League Soccer (MLS), den Zuzug des Schweizers. Je nach Quelle ist der Transfer umgerechnet 15 bis 17 Millionen Euro schwer. Embolo hatte vor einem Jahr in der Ligue 1 von Monaco in die Bretagne zu Stade Rennes gewechselt – für 13 Millionen. Rennes hatte ihn mit einem jährlichen Bruttogehalt von über 4 Millionen zu einem der teuersten Spieler gemacht und verdient mit dem Weitertransfer nur ein Jahr später kurzum ein paar Millionen.Embolo ist viel teurer als ShaqiriDie Zahlen sind bemerkenswert. Embolo ist einer der teuersten MLS-Käufe der Geschichte. Selbstredend ist er ein «designated player», auch bekannt als «Beckham-Regel». Er gehört zu den drei Spielern, die jeder MLS-Klub aussergewöhnlich hoch entlöhnen kann. Der Anhaltspunkt dafür ist Xherdan Shaqiri. Der Schweizer wechselte 2022 als 30-Jähriger von Lyon in die USA zum Chicago Fire FC. Für 7 Millionen Euro, also für weniger als die Hälfte der Summe, die jetzt für Embolo aufgeworfen wird.Das jährliche Bruttogehalt des «designated player» Shaqiri betrug in Chicago umgerechnet über 7 Millionen Euro. Davon blieben ihm netto etwas mehr als 4 Millionen. Embolo dürfte einen markanten Gehaltssprung machen. Öffentlich wird das in ein paar Wochen. Zuletzt lag auch ein möglicher Wechsel in die Premier League in der Luft. Aber der könnte lediglich als Druckmittel für ein höheres Salär in Atlanta gedient haben.Nach dem bitteren WM-Aus versteckt sich Breel Embolo beim Empfang des Nationalteams in Zürich hinter einer Brille und unter einer Mütze.ImagoDie Millionen sind einer der Gründe dafür, wie schnell sich Ansichten und Zustände ändern können. Ein paar Wochen vor der WM packte Embolo sein Leben in Rennes verbal in rosarotes Papier ein, lobte anlässlich eines Medientermins den Klub, seine Protagonisten und das Projekt, das auf mehrere Jahre angelegt sei. Er hob seinen Mehrjahresvertrag hervor und sagte Sätze wie: «Du musst das Gespür für Projekte haben. Rennes ist auf dem Papier nicht der attraktivste Klub, aber ich war bei diesem Wechsel ganz klar in meinem Kopf.»Die nächtlichen Episoden Embolos sind ausgeklammertAngestellte des Klubs schwärmten gleichzeitig davon, wie pflegeleicht Embolo sei, wie geduldig er für PR-Termine zur Verfügung stehe, wie toll er seine Familie, seine Kinder einbringe, was für ein Glücksfall er sei.Dass Breel Embolo immer wieder (nächtliche) Disziplinarfälle neben dem Fussballrasen geboten hat und nicht nur einmal auch von Arbeitgebern mit hohen Bussen belegt wurde, war damals in Rennes erstaunlicherweise kein Thema. Dabei war der Fussballer ein paar Wochen zuvor von einem Schweizer Gericht wegen mehrfacher Drohung schuldig gesprochen worden. Er musste eine sechsstellige Geldstrafe bezahlen, zurückgehend auf eine verbale Auseinandersetzung in der Stadt Basel im Jahr 2018.Von solchen Episoden ist auch jetzt nicht die Rede, wenn Embolo von der Kommunikationsabteilung des Atlanta United FC oder von amerikanischen Medien abgefeiert wird. Als wäre das alles aus seinem Lebenslauf gestrichen. Einfach weg, als gäbe es zwei Welten. Hier das Spielfeld, die Tore und sein wuchtiger Körper, daneben die Leerstelle. Wie eine partielle Amnesie.Atlanta United ist ein populärer MLS-Klub und begrüsst um die 40 000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion. Das ist MLS-Rekord. Mit Abstand. Und zum Beispiel doppelt so viel wie beim früheren Shaqiri-Klub in Chicago. Doch im Moment ist Atlanta fast zuhinterst in der Tabelle der Eastern Conference klassiert, mit 21 Spielen und gleich vielen Punkten. Mit nur 25 erzielten Toren bietet Atlanta die derzeit schwächste Offensive der Liga. Embolo soll dieses Malaise beheben.Der Amerikaner Chris Henderson fungiert in Atlanta als Sportdirektor und lässt sich selbstredend nur in lobenden Worten zitieren. Er nennt die «Kombination aus Talent und Erfahrung», die WM-Auftritte Embolos, seine Physis, seine Jahre in den europäischen Topligen von Deutschland und Frankreich, seine «unermüdliche Arbeit». Der Trainer heisst Tata Martino, ein Argentinier, der die «Strafraumpräsenz» Embolos hervorhebt. MLS-Beobachter sagen, dass Embolo «bestens» in die Liga passe. Alles gut also?Embolo begleiten bis heute hohe TransfersummenEmbolo hatte immer das ganz Grosse im Auge. Darum hat er während seiner Monaco-Zeit auch die Agentur der Shaqiri-Familie verlassen. Danach folgte Rennes, der relativ unscheinbare, aber durchaus erfolgreiche Ligue-1-Klub, jetzt Atlanta, die USA. Es heisst, dass sich neu die Raiola-Agentur um ihn kümmere. Finanziell ist der Wechsel interessant. Ob er es sportlich wird, ist offen. Es ist abermals nicht der grosse Wurf, aber das Transfervolumen ist beachtlich. Das war es eigentlich immer, schon 2016, als der Basler noch nicht 20-jährig vom FC Basel zu Schalke 04 wechselte – für über 25 Millionen Euro.Embolo wurde in seiner Karriere durch Verletzungen zurückgeworfen, hat aber immer wieder einen Weg zurück gefunden. Er vermochte eine gewisse Flughöhe zu halten und brachte sich immer wieder ins Gerede, neben und auf dem Spielfeld. Die eine Saison in Rennes war mit 34 Einsätzen und 10 Toren respektabel. Aber nicht mehr. Und die Bilanz im Trikot des Nationalteams lässt sich mit 92 Länderspielen und 26 Toren ebenfalls sehen. Embolo ist in der Auswahl über die Jahre zum Stürmer Nummer eins aufgestiegen. Dass er jetzt die USA wählt, zieht auch Irritationen nach sich. Hohe Geldsummen hin oder her.Passend zum Artikel
Auch eine Sache des Geldes: Der Schweizer Nationalstürmer Breel Embolo wechselt in die USA
Nach nur einem Jahr bricht der 29-jährige Stürmer das Langzeitprojekt bei Stade Rennes ab. Das zieht auch Irritationen nach sich. Doch der Wechsel von der Ligue 1 in die Major League Soccer zum Atlanta United FC hat ein Volumen von über 15 Millionen Euro.






