Ein internationales Team von Wissenschaftler:innen hat den sogenannten Frame-Dragging-Effekt im Erdorbit mit hoher Genauigkeit vermessen. Wie in einer im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie zu lesen ist, nutzte die Gruppe präzise Laserentfernungsmessungen zu zwei passiven Satelliten.Anzeige

Dadurch ließ sich die Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein mit einer relativen Unsicherheit von etwa 0,2 Prozent bestätigen. Das entspricht einer fast zehnfachen Verbesserung im Vergleich zu früheren physikalischen Tests in unserem Sonnensystem.

Das Konzept des Frame-Dragging

Der Frame-Dragging-Effekt beschreibt den Umstand, dass eine rotierende Masse die umgebende Raumzeit mitzieht. Vergleichen lässt sich dieser Vorgang mit einem Löffel, der sich in einem Glas mit zähem Honig dreht.Anzeige

Genauso wie der Löffel die klebrige Masse bei seiner Drehung um sich herum in Bewegung versetzt, zerrt auch die rotierende Erde das unsichtbare Gefüge der Raumzeit in ihre Rotationsrichtung mit. Bei einem Satelliten in der Umlaufbahn führt dieser physikalische Einfluss zu einer langsamen Verschiebung seiner Bahnebene gegenüber dem nicht-relativistischen Fall.