Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann (58) hat nach dem Einstieg des italienischen Rivalen UniCredit eine Überprüfung des deutschen Übernahmerechts gefordert. Der Großaktionär habe mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit erreichen können, ohne den Aktionären eine angemessene Kontrollprämie zu zahlen, sagte Weidmann der „Süddeutschen Zeitung“.Von den rund 73 Prozent der Aktien, die der UniCredit hätten angeboten werden können, seien nur knapp 18 Prozent angedient worden. Davon stammten weniger als 3 Prozent von institutionellen und privaten Investoren, während der Rest auf mit UniCredit verbundene Banken entfalle. Dies werfe Fragen auf, die der Gesetzgeber prüfen sollte.Dennoch bot er UniCredit-Chef Andrea Orcel (63) strategische Gespräche an. Nach der langen Übernahmeschlacht müsse zunächst wieder Vertrauen entstehen, so Weidmann. Zuletzt hatte es zwischen Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp (56) lediglich einen Austausch auf technischer Ebene gegeben.
Bund soll Aktionär bleibenDer Bund solle in der aktuellen Phase weiterhin Aktionär der Commerzbank bleiben, um die Interessen des Standorts Deutschland aktiv zu vertreten, forderte Weidmann. Da die Beteiligung Teil einer Rettungsmaßnahme während der globalen Finanzkrise gewesen sei, solle sich der Staat perspektivisch zwar zurückziehen. Derzeit sei ein Verbleib jedoch sinnvoll. Als Berlin vor zwei Jahren einen Teil seiner Anteile verkaufte, hatte UniCredit dies zum Einstieg genutzt.









