Der Krieg in der Ukraine könnte vor einer neuen Eskalationsstufe stehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj behauptet, Russland bereite nach den Parlamentswahlen im September die Einberufung von rund 300.000 zusätzlichen Soldaten vor. Selenskyj beruft sich dabei auf ukrainische Geheimdienstinformationen. Eine entsprechende Ankündigung des Kremls liegt bislang nicht vor. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet zudem, dass Selenskyj bis 2027 mit einer noch größeren Mobilisierung von insgesamt bis zu 500.000 Soldaten rechnet.

Selenskyjs Behauptung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Kämpfe entlang der Front andauern. Besonders im Donbass bleibt die Lage angespannt. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten versucht Russland weiterhin, strategisch wichtige Orte einzunehmen. Gleichzeitig verweist Kiew auf eigene Geländegewinne im Südosten. Eine neue Mobilisierungsrunde würde den Druck auf die Ukraine weiter erhöhen.

Auch bei der Luftverteidigung ist die Lage angespannt. Kiew sieht sich angesichts russischer Raketenangriffe mit einem Mangel an Abfangsystemen konfrontiert. Zugleich bereitet sich die Ukraine auf mögliche Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur im kommenden Winter vor.