Offenbar iranischer Cyberangriff auf britische EnergieinfrastrukturEin Hackerangriff hat im Juli in Großbritannien eine kleine Anlage zur Energieerzeugung für vier Tage außer Betrieb gesetzt. Das berichteten am Sonntag mehrere britischen Medien übereinstimmend. Die Täter sollen Verbindungen zu Iran haben, schrieb die Zeitung „The Telegraph“. Der Nachrichtenagentur PA zufolge hatte es zuvor eine Warnung vor einem Muster störender Cyberaktivitäten durch staatliche und nicht staatliche Akteure gegeben.Ein Regierungssprecher sagte, der Bericht des „Telegraph“ beziehe sich auf einen Vorfall, „der einen kleinen Energieerzeuger betraf“. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für das übergeordnete Energiesystem bestanden. Beim nationalen Cybersicherheitszentrum (NCSC) gingen dem Bericht zufolge keine Meldungen über Stromausfälle ein.NCSC-Chef Richard Horne hatte laut der PA Anfang des Jahres gewarnt, dass feindlich gesinnte Staaten, darunter Iran, die britische Infrastruktur zunehmend mit Cyberangriffen ins Visier nähmen.Iran richtet Demonstranten hinIn Iran ist ein Mann im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar hingerichtet worden. Das Todesurteil sei am Sonntagmorgen vollstreckt worden, berichtete das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan. Der Mann war demnach im Januar nahe der Stadt Karaj im Norden des Landes festgenommen worden. Die Justiz warf ihm vor, für Israel, die USA und feindliche Gruppen tätig gewesen zu sein, und gegen die Sicherheit und die nationalen Interessen des Irans gearbeitet zu haben. Die Demonstrationen im vergangenen Winter waren angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet. Die Behörden gaben laut Misan an, bei der Festnahme des Mannes unter anderem eine Schusswaffe beschlagnahmt zu haben, die er bei den Protesten abgefeuert haben soll. Der Beschuldigte habe die Vorwürfe zurückgewiesen.Erst am Donnerstag hatten die iranischen Behörden einen Mann im Kontext der Massenproteste hingerichtet. Mathias PeerIran will Unterstützer des US-Wirtschaftskriegs als Feinde einstufenDer Leiter des nationalen Sicherheitsrats in Iran, Mohsen Resai, hat Länder in der Region „und auf der ganzen Welt“ davorgewarnt, „sich dem von den USA geführten Wirtschaftskrieg anzuschließen“. Sie würden dann von Iran als „Feind“ betrachtet, sagte er im Staatsfernsehen.US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch angesichts der stockenden Verhandlungen mit Teheran einen umfassenden „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran angekündigt. Es werde sich um „die vernichtendste Wirtschaftsoperation“ aller Zeiten handeln, teilte er mit. Zudem drohte Trump jedem Land, das Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, mit „enormen“ Strafmaßnahmen. Die US-Regierung rief ihre Verbündeten sowie China zur Unterstützung dieses „Wirtschaftskriegs“ auf. Die Regierung in Peking wies dies jedoch zurück. Am Montag will US-Finanzminister Scott Bessent sich in einer Pressekonferenz dazu äußern, wie genau Washington den wirtschaftlichen Druck auf den erhöhen will.Resai sagte dazu nun, bislang habe sein Land „keinerlei wirtschaftlichen Interessen Amerikas angegriffen“, sondern lediglich Militärstützpunkte. Wenn die USA aber weitere Wirtschaftssanktionen gegen Iran verhängten, werde sein Land Erdöl- und andere Unternehmen angreifen, die die USA rund um Iran besäßen.Iran erlaubt irakischen Öltankern Durchfahrt Iran erlaubt mehreren irakischen Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Dies meldet die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA. Die Führung in Teheran reagiere damit auf wiederholte Bitten aus dem Irak, die sie über verschiedene Kanäle erreicht hätten. Die Erteilung der Sondergenehmigung war eine der Hauptforderungen Bagdads während des jüngsten Besuchs des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf im Irak. Fabian DrahmouneIran nennt Trumps „Wirtschaftskrieg“ völkerrechtswidrigDer von den USA angekündigte „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran wäre nach Überzeugung der Führung in Teheran ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Banken, Unternehmen oder Flughäfen, die der ausschließlichen Gerichtsbarkeit eines Landes unterlägen, dürften nicht von anderen Staaten dazu gezwungen werden, „auf rechtmäßigen Handel mit einem Drittstaat zu verzichten“, schrieb der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai auf X. Um den wirtschaftlichen Druck auf Iran nochmals drastisch zu erhöhen, hatte US-Präsident Donald Trump mit drakonischen Strafen für Staaten gedroht, die Iran weiter unterstützen. Dazu erklärte Baghai nun: „Wirtschaftlicher Zwang, der darauf abzielt, einen souveränen Staat zur Änderung seiner rechtmäßigen politischen Entscheidungen zu zwingen“, stelle einen klaren Rechtsbruch dar. Solche „Sekundärsanktionen“ verstießen gegen die Charta der Vereinten Nationen.Ian Liesch„Position der Stärke“: Irans Präsident will Krieg beendenFast ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn hat der iranische Präsident für ein Ende der militärischen Eskalation geworben. Früher oder später müsse der Krieg beendet werden, sagte Massud Peseschkian laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna auf einer Ärztekonferenz. „Es ist besser, ihn heute zu beenden, da wir in einer Position der Stärke und Würde sind“, fuhr Peseschkian fort. Die USA seien durch den Krieg in der ganzen Welt verhasst, meinte der iranische Präsident, der auch Regierungschef ist.Peseschkian lehnte bei seiner Rede eine Kapitulation kategorisch ab. „Wir werden uns unter keinen Umständen der Einschüchterung beugen, daran besteht keinerlei Zweifel. Bis zum letzten Atemzug werden wir ihnen gegenüberstehen und ihnen eine vernichtende Antwort geben“, sagte er.Türkei erlässt internationalen Haftbefehl gegen NetanjahuIm Rahmen von Ermittlungen zu der Behandlung von Aktivisten der sogenannten Gaza-Hilfsflotte hat die Türkei einen internationalen Haftbefehl gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu erlassen. Der türkische Justizminister Akin Gürlek teilte am Freitag im Onlinedienst X mit, Netanjahu und ein weiterer israelische Staatsbürger würden der „Verbrechen gegen die Menschlichkeit, des Völkermords, der schweren Freiheitsberaubung“ sowie weiterer Vergehen beschuldigt, darunter Folter. Die Türkei hatte bereits zuvor Haftbefehle gegen Netanjahu und andere Regierungsvertreter wegen des Vorwurfs des Völkermords im Gazakrieg erlassen.Die Gaza-Hilfsflotte mit rund 430 internationalen Aktivisten an Bord war von der Türkei aus in Richtung Gazastreifen aufgebrochen und Mitte Mai von israelischen Streitkräften im Mittelmeer gestoppt worden. Teilnehmer der Flotte prangerten „Gewalt“ und „Erniedrigungen“ an, denen sie während ihrer Haft durch israelische Sicherheitskräfte ausgesetzt gewesen seien. Israel greift weiter in Südlibanon anDas israelische Militär hat nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise in der Nacht zum Freitag die Umgebung der strategisch wichtigen Anhöhen von Ali al-Taher nahe der Stadt Nabatija angegriffen. Auch aus anderen Teilen Südlibanons wurden Explosionen gemeldet. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von Angriffen auch in den Bezirken Bint Dschubail und südlich der Küstenstadt Tyrus. Das israelische Militär teilte mit, es handle sich um „Routine-Angriffe“.Die Anhöhen von Ali al-Taher bei Nabatija gelten wegen ihrer erhöhten Lage als strategisch wichtiger Punkt mit Blick auf weite Teile der Region. Sie sind ein umkämpftes Gebiet im Konflikt zwischen Israel und der Hizbullah. Das Gebiet ist seit Jahren ein wichtiger Einsatz- und Einflussraum der Schiitenmiliz und damit ein wiederkehrender Brennpunkt im Konflikt mit Israel.Aus Kreisen der Hizbullah hieß es, die Organisation werde die Kontrolle über Ali al-Taher an niemanden abgeben. Dort soll sich auch ein unterirdisches Tunnelsystem der Miliz befinden. Trotz Waffenruhe ist das israelische Militär weiterhin in Südlibanon stationiert und verübt weiterhin nahezu täglich Angriffe. Iran will Wirtschaftsbeziehungen zum Irak ausbauenDer iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf fordert angesichts drohender neuer US-Sanktionen engere wirtschaftliche Beziehungen zum Irak. Beide Länder sollten im Handel ihre Landeswährungen nutzen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, erklärte Ghalibaf laut seinem Telegram-Kanal vor Wirtschaftsvertretern in Bagdad. Zudem müsse Iran Pläne ausarbeiten, um die „ungerechten Sanktionen“ zu überwinden. US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Donnerstag die nach seinen Worten bislang schärfsten Sanktionen gegen Iran angekündigt, deren Details am Montag bekanntgegeben werden sollen. Ghalibaf wirft den USA und Israel vor, einen Wirtschafts- und Informationskrieg zu führen, da sie eine direkte militärische Konfrontation scheuten. China kritisiert angekündigte US-Sanktionen gegen IranDie chinesische Regierung hat den von den USA angekündigten wirtschaftlichen Druck gegen Iran als nicht zielführend bezeichnet. „Sanktionen und Druck werden nicht dazu beitragen, das Problem zu lösen“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, bei einer Pressekonferenz am Freitag. Peking rufe „alle relevanten Parteien dazu auf, verantwortungsvolle Schritte zu unternehmen und das Problem auf politischem und diplomatischem Wege zu lösen“, fügte er hinzu.Die chinesische Regierung lehne „illegale einseitige Sanktionen ab, die keinerlei Grundlage im Völkerrecht haben und nicht vom UN-Sicherheitsrat autorisiert wurden“, fügte Lin hinzu. China ist ein zentraler strategischer und wirtschaftlicher Partner Irans. Vor dem Krieg gingen laut der Analysefirma Kpler über 80 Prozent der iranischen Ölexporte nach China. Klaus BardenhagenSchiffsverkehr in Straße von Hormus geht weiter zurück Der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ist am Donnerstag auf sieben Frachter zurückgegangen. Das geht aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervor. Unter den Schiffen befinden sich demnach weder große Rohöl- noch Flüssiggastanker (LNG). Hintergrund des Rückgangs sind wachsende Sorgen um die Sicherheit der Schifffahrt im Nahen Osten, während die Friedensgespräche zwischen den USA und Iran stocken. Vor dem Krieg passierte fast ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Transporte die Meerenge.Hannah SturmNeuer US-Flugzeugträger bei Iran im EinsatzDie USA haben für ihren Militäreinsatz gegen Iran einen neuen Flugzeugträger in die Region entsandt. Die „USS George Washington“ sei in ihrem Einsatzgebiet im Nahen Osten eingetroffen, teilte das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom am Donnerstag mit.Der neue Flugzeugträger löst die „USS Abraham Lincoln“ ab. Der monatelange Einsatz des Schiffes in der Krisenregion und Berichte über unhaltbare Zustände an Bord hatten für Kritik in den USA gesorgt. Besatzungsmitglieder klagten nach Angaben von Angehörigen über Probleme bei der Essensversorgung und defekte Toiletten. Zudem war von mehreren Suizidversuchen die Rede. Abgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten eine Untersuchung zu den Bedingungen auf der „USS Abraham Lincoln“. Der Flugzeugträger war am 21. November 2025 vom kalifornischen San Diego ausgelaufen, um im Südchinesischen Meer Dienst zu leisten. Er wurde jedoch noch vor den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Angriffen auf den Iran in die Krisenregion umgeleitet. Der Irankrieg dauert inzwischen bereits seit knapp sechs Monaten an. Derzeit scheint weder eine diplomatische noch eine militärische Lösung in Sicht.Nach der Verlegung der „USS George Washington“ in die Nahost-Region verfügt die US-Armee zumindest vorübergehend über keinen US-Flugzeugträger mehr im Pazifik. Die Region ist insbesondere wegen der Spannungen mit China von großer strategischer Bedeutung. Bessent zu Irankrieg: Verbündete müssen Entscheidung treffenNach dem angekündigten „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran erhöht die US-Regierung den Druck auf ihre Verbündeten, daran mitzuwirken. „Es ist an der Zeit, dass unsere Verbündeten und der Rest der Welt eine Entscheidung treffen“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender CNBC. „Entweder bist du auf unserer Seite oder gegen uns.“US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf Iran drastisch erhöhen zu wollen. Wer Iran weiter unterstütze, müsse mit drakonischen Maßnahmen rechnen, warnte er. Details zu seinen Plänen lieferte Trump zunächst nicht. Bessent teilte nun mit, am Montag auf einer Pressekonferenz über das Vorhaben zu informieren.Bessent trat dabei auch dem Argument entgegen, mit wirtschaftlichem Druck sei gegen Iran nichts zu bewirken. „Wir haben die Seeblockade, und wir werden die härtesten Sanktionen der Geschichte verhängen“, sagte er. Unter diesem Druck werde die Führung in Iran zusammenbrechen. Wegen des Fokus auf wirtschaftlichen Druck rechnet Bessent bis auf Weiteres nicht mit einem Aufflammen größerer Kampfhandlungen. Klaus BardenhagenBlockade der Straße von Hormus hält an Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleibt stark eingeschränkt. Am Mittwoch haben Daten des Anbieters Kpler zufolge lediglich neun Rohstoff-Frachter die Meerenge durchfahren, eine unveränderte Zahl zum Vortag. Während US-Präsident Donald Trump erklärt, die Meerenge sei offen, bezeichnet Iran sie als geschlossen. Auch in der Meerenge Bab el-Mandeb am Roten Meer verlangsamt sich der Verkehr. Dort wurden 27 Frachter gezählt nach 32 am Vortag.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Liveblog Irankrieg: Irans Präsident gibt wirtschaftliche Schwierigkeiten zu | FAZ
Teheran sei „mit einem umfassenden wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Krieg konfrontiert“ +++ Iran will Unterstützer des US-Wirtschaftskriegs als Feinde einstufen +++ alle Entwicklungen im Liveblog











