Moritzburg (dpa/sn) - Das Moritzburg Festival bleibt eine angesagte Adresse für Musikerinnen und Musiker aus aller Welt. Zum Finale zog das renommierte Festival am Wochenende noch einmal alle Register. Die Moritzburg Akademie mit mehr als 40 jungen Künstlern aus 19 Ländern lud in den Dresdner Kulturpalast und stellte ihr Orchesterkonzert unter das Motto „Alles im Fluss“. Der Auftritt sorgte beim Publikum für eine Welle der Begeisterung. Musikalische Reise entlang von FlusslandschaftenTatsächlich ging es wie beim Festival insgesamt auch zum Abschluss um eine musikalische Reise entlang von Flusslandschaften. Zum Auftakt erklang unter Leitung von Akademie-Chefdirigent Josep Caballé Domenech „Die Moldau“ von Bedrich Smetana. Auch ein Arrangement aus Richard Wagners „Gesang der Rheintöchter“ der Oper „Götterdämmerung“ und Robert Schumanns „Rheinische Sinfonie“ hatten einen Bezug zum Programmtitel. Als Zugabe folgte noch „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss.Am finalen Wochenende spielte das Orchester der Moritzburg Festival Akademie im Dresdner Kulturpalast. (Archivbild) Robert Michael/dpaMit besonderer Spannung wurde die Dresdner Erstaufführung eines Werkes von Mozart erwartet. Von seinem Konzert für Oboe und Orchester in F-Dur war nur der erste Satz als Fragment erhalten. Oboist und Komponist Gotthard Odermatt hatte es komplettiert. Albrecht Mayer spielte das virtuose Werk und bekam gleichfalls viel Beifall. Nebenbei gab der Solooboist der Berliner Philharmoniker noch eine Liebeserklärung an Dresden ab. Er komme sehr gern in die Elbestadt und nicht nur wegen der Frauenkirche, sagte er. Es fange schon beim freundlichen Pförtner im Kulturpalast an: „So etwas kenne ich aus Berlin nicht.“Konzerte zu 97 Prozent ausgelastetZum Finale zog das Festival in Regie des Cellisten Jan Vogler eine Erfolgsbilanz. Insgesamt kamen zu den 20 Veranstaltungen rund 7.300 Besucher. Das entspreche einer Auslastung von 97 Prozent. „Ein Jahrgang mit viel Inspiration, besonders beeindruckend die Leistungen der jungen Generation und der Enthusiasmus unseres wunderbaren Publikums“, betonte Vogler. Der Cellist Jan Vogler konnte als Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals zum Finale eine erfolgreiche Bilanz verkünden: Die Auslastung der Konzerte lag bei 97 Prozent. (Archivbild) Robert Michael/dpaWetterkapriolen in der zweiten WocheDamit spielte er nicht zuletzt auf die „Wetterfestigkeit“ der Fans an. Denn während in der ersten Woche an lauen Sommerabenden auf der Nordterrasse von Schloss Moritzburg in wunderschöner Atmosphäre musiziert wurde - mitunter begleitet vom Geschnatter der Wasservögel im Schlossteich - musste das Musikfest in der zweiten Hälfte wegen Regens in die Moritzburger Kirche ausweichen, wo am Sonntag auch das Abschlusskonzert stattfand. „Fluss-Konzerte“ von der Newa bis zum Mississippi Vogler hatte in diesem Jahr den Konzertprogrammen Namen von Flüssen gegeben. Den Auftakt machte am 7. August die Elbe mit Werken deutscher Komponisten. Im „Seine“-Konzert ging es um französische Meister, bei „Newa“ um russische Musik. Die Reise führte auch nach Amerika. „Vom Hudson River zum Mississippi“ brachte Werke etwa von Philip Glass, George Gershwin und sogar einen Song von Elvis Presley. Das Festival vereinte 26 Solistinnen und Solisten, die in unterschiedlichen Besetzungen zusammen musizierten.Talente aus aller Welt in der Moritzburg Festival AkademieParallel widmete sich die Moritzburg Festival Akademie unter der Direktion von Voglers Frau Mira Wang dem musikalischen Nachwuchs. Die Teilnehmer werden jedes Jahr in einem international ausgeschriebenen Verfahren aus Hunderten Bewerbern ausgewählt. Dank Sponsoren und privater Patenschaften erhalten alle Akademisten in Moritzburg ein Vollstipendium.Jan Vogler hatte 1993 mit seinem Bruder Kai und seinem Cello-Kollegen Peter Bruns das Festival aus der Taufe gehoben. Schon bald wurde der idyllische Ort vor Dresdens Toren zu einem Anziehungspunkt für Kammermusiker aus aller Welt. Dabei hatten sich die Gründer vom Marlboro Festival in den USA inspirieren lassen. Auch dort stellen Teilnehmer nach einer Probenphase die Ergebnisse der Arbeit in Konzerten vor.© dpa-infocom, dpa:260823-930-570565/1