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Nachts, wenn meine Tochter schläft, beginnt meine kuratorische Arbeit. Ich laufe durch die Wohnung und sammele Kunstwerke, die sie in diversen Techniken und Materialien hergestellt hat: Kartoffeldruck, Glitzerstift, Fingerfarbe und Trockennudeln. Ich sichte Familienporträts, die uns mit überdimensionierten Ballonköpfen zeigen. Blättere durch die Selbststudien, auf denen die Künstlerin auf Regenbögen läuft oder monumentale Schneeflocken fängt.
Dann werfe ich alle in den Müll.
Ich will die Kreativität meines Kindes nähren. Es zum Selbstausdruck ermutigen. Aber ich muss auch dafür sorgen, dass der Rest der Familie sich durch die Wohnung bewegen kann. Meine vierjährige Tochter ist wie viele Kinder in ihrem Alter eine äußerst produktive Künstlerin. Wenn ihr Schaffensdrang anhält, könnte ihr Lebenswerk ähnlich umfangreich ausfallen wie das von Pablo Picasso. Er soll laut der Encyclopædia Britannica an die 50.000 Werke hinterlassen haben.






