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Es ist nahezu unmöglich geworden, unbefangen über Caroline Wahl zu schreiben. Ihre Literatur und ihre Person sind längst Gegenstand von sogenannten Metabeobachtungen. Man schreibt nicht einfach über Caroline Wahl, das wäre ja naiv, man schreibt darüber, wie über Caroline Wahl geschrieben wird, wie ihr Werk rezipiert wird, welche Reaktionen es dazu auf Social Media gibt. Und: wie sie sich selbst auf Instagram präsentiert und ob es als angemessen empfunden wird, wie sie das tut. Man diskutiert, ob diese Bücher, die sich sagenhafterweise rund zwei Millionen Mal verkauft haben, im Feuilleton überhaupt besprochen werden sollten oder eher nicht. Es scheint, als sei Caroline Wahl ausschließlich Persona und Phänomen, aber kein realer Mensch, und als müssten ihre Romane als Symptom für irgendetwas aufgefasst werden und nicht etwa vor allem als süffige, vielleicht sogar kluge Unterhaltungsliteratur. Aber womöglich ist es seit je der Preis des Erfolgs und ein Indikator für wahre Prominenz und Pop, wenn man nur noch in zweiter Ordnung beschaut wird, als Maskenträgerin eines verborgenen Ichs und als Urheberin einer immerzu erklärungsbedürftigen Resonanz.






