FeuilletonBücherSachbuchFAZ+Wirklich besser als Tiere? : Warum die Überlegenheit des Menschen eine Illusion istVon Claus Leggewie19.08.2026, 17:26Lesezeit: 6 Min.Kindern erleben Tiere und Menschen noch als gleichwertig. Doch ausgerechnet die Naturwissenschaften haben lange am Primat des Menschen festgehalten. Christine Webb meint: zu Unrecht.Beeindruckende und beängstigende Wirkungen Künstlicher Intelligenz werden oft damit kommentiert, auch die klügsten Maschinen und Roboter könnten niemals das Niveau des Homo sapiens sapiens erreichen. Diese Hoffnung kann man als die wohl letzte Bastion des menschlichen Exzeptionalismus bezeichnen – jener Illusion des „arroganten Affen“, den die New Yorker Tierforscherin Christine Webb in ihrem jüngsten und, um es vorwegzunehmen, höchst anregenden und empfehlenswerten Buch vom Sockel stürzt. Gewiss haben das seit Charles Darwin schon zahlreiche Erforscher der „more-than-humans“ und Virtuosen des Nature Writing getan – darunter Webbs Lehrer Jane Goodall und Frans de Waal. Darwin bemerkte einmal, die „Entstehung der Arten“ sei einem Mordgeständnis gleichgekommen, doch blieb es nur bei einem versuchten Mord. Das Dogma der menschlichen Ausnahmestellung hat überlebt und erreicht ausgerechnet mit dem KI-Hype eine neue Konjunktur.
Warum die Überlegenheit des Menschen eine Illusion ist
Kindern erleben Tiere und Menschen noch als gleichwertig. Doch ausgerechnet die Naturwissenschaften haben lange am Primat des Menschen festgehalten. Christine Webb meint: zu Unrecht.






