Der Mann ist 44 Jahre alt und will Deutschland verändern. Dazu engagiert sich Marcel Baldauf nicht in einer Partei, wie man ihm vielleicht vor Jahren noch geraten hätte. Er will die Menschen auf die Straße bringen – gegen die Bundesregierung, gegen Krieg, gegen Einschnitte bei der Gesundheitsversorgung und mit Forderungen, die auch Populisten gern aufmachen, wie eine Haftung für Politiker. Unsere Redaktion sprach mit dem Erzgebirger, der in Plauen Anfang August rund 10.000 Menschen für eine Großdemo mobilisieren konnte.

Herr Baldauf, was hat Sie dazu bewogen, so eine große Aktion auf die Beine zu stellen? Was treibt Sie an?Vor 17 Wochen hatte ich die Idee, da kam der erste Entwurf zur Gesundheitsreform heraus, und das war so für mich der Punkt, wo ich für mich gesagt habe: Okay, jetzt müssen wir irgendwas unternehmen, so kann es nicht weitergehen. Da wurde geplant, die Inklusionshilfen zu streichen. Es wird alles teurer. Krebshilfe und Krebsversuche wurden gestrichen und Medikamente sollen teurer werden. Speziell für die Rentner ist das unerträglich. Es werden Schulhelfer gestrichen und so weiter und so fort. Genau da war der Punkt, wo mir klar wurde, dass ein leiser Protest nichts nützen würde. Wenn wir auf der Couch sitzen bleiben, ändert sich nichts. Über das Internet habe ich mich mit meiner Community ausgetauscht und so gab es die Idee, nach Berlin zu ziehen. Nach fünf Wochen Vorbereitungszeit sind wir nach Berlin gefahren. Acht Wochen später kamen 10.000 Leute nach Plauen.