Elisabeth Kaiser wurde in der Platte in Gera groß, heute ist sie Ostbeauftragte der Bundesregierung. Ein Gespräch vor den Wahlen im Osten.

Vor dem Finanzministerium in Berlin fällt leichter Regen. Elisabeth Kaiser, Ostbeauftragte der Bundesregierung, hat hier ihr Büro. Auf dem Weg durch das Gebäude erzählt sie von dessen Geschichte. Der monumentale Baustil aus der NS-Zeit ist unverkennbar. 1949 wurde hier die DDR gegründet, ein riesiges Wandbild an der Außenfassade erinnert daran. Nach dem Ende der DDR zog die Treuhandanstalt ein, die staatliche Betriebe privatisierte, ohne Rücksicht auf Arbeitsplätze. Im Büro angekommen setzt sich Kaiser ans Kopfende eines dunklen Konferenztischs.

taz: Frau Kaiser, Sie sind im Plattenbau des Geraer Stadtteils Lusan aufgewachsen. Vermissen Sie es, dort zu leben?

Elisabeth Kaiser: Ich habe gern in Lusan gewohnt, aber nein, ich vermisse es nicht.

taz: Warum?