Mindestens 16 Menschen sind bei russischen Drohnenangriffen auf ein belebtes Einkaufszentrum in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih getötet worden. Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipro auf der Nachrichtenplattform Telegram. Die Zahl der Verletzten habe sich bis zum Abend auf 130 erhöht, 29 Personen hätten schwerste Verletzungen erlitten, hieß es. Unter den Verletzten befänden sich mehr als 20 Kinder, fünf von ihnen hätten schwere Verletzungen erlitten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem »absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum«. Seinen Angaben zufolge griffen die Drohnen in zwei Wellen an. »Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte«, berichtete er.»Solche Angriffe sind schlichtweg Terrorakte«, betonte er. Die Welt müsse entsprechend darauf reagieren – mit echtem Druck auf den Aggressor. »Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden«, so Selenskyj.

Krywyj Rih liegt rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kyjiw. Erst vor wenigen Tagen war die Stadt vom russischen Militär mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden. Dabei starben nach offiziellen Angaben zwei Zivilisten, knapp ein Dutzend Menschen wurde verletzt.Weitere Angriffe in Mykolajiw und ChersonBei einem weiteren russischen Angriff wurde am Abend die Region Mykolajiw getroffen. Dabei starben nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums mindestens vier Menschen, unter ihnen drei Kinder. Der russische Angriff habe ein Geschäft, eine Apotheke und ein Postamt getroffen.