Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt tritt trotz der Aberkennung seines Doktortitels auf dem Parteitag in Eisenach erneut für den CDU-Landesvorsitz an. Ungeachtet des politischen Drucks sprach sich der Landesvorstand einstimmig für den 49-Jährigen aus. Er steht seit 2022 an der Parteispitze und führt seit 2024 eine Koalition mit BSW und SPD führt.
Die Technische Universität Chemnitz hatte Voigt den Doktorgrad wegen unsauberen Arbeitens in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008 entzogen. Nachdem der zuständige Ausschuss der Universität seinen Widerspruch im Juli zurückgewiesen hatte, reichte Voigts Anwalt im August Klage beim Verwaltungsgericht Chemnitz ein. Voigt kritisiert insbesondere das Prüfverfahren und die Verhältnismäßigkeit der Entscheidung.
Plagiatsaffäre belastet Koalition
Die Aberkennung des Titels belastet die thüringische „Brombeer-Koalition“ schwer. Der BSW-Bundesvorstand rund um Parteigründerin Sahra Wagenknecht forderte den Thüringer Landesverband auf, das Bündnis zu verlassen und Voigt die Unterstützung zu entziehen. Wagenknecht legte ihm den Rücktritt nahe, um dem Land eine Hängepartie zu ersparen.
Innerhalb Thüringens erfährt Voigt jedoch Widerstand gegen die Berliner Vorgaben: Die BSW-Landtagsfraktion sprach sich mit einer deutlichen Mehrheit von 13 zu 15 Stimmen gegen ein Ende der Koalition aus. Gleichzeitig forderte die BSW-Abgeordnete Anke Wirsing, eine Vertraute Wagenknechts, vollständige Transparenz und brachte einen freiwilligen Rücktritt Voigts ins Spiel.










