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Volkswagen: VW-Aufsichtsrätin Benner hält Renditeziele für „Wolkenkuckucksheim“ Christiane Benner, Vize-Chefin des VW-Aufsichtsrats, geht mit der Konzernführung hart ins Gericht: Ihre Renditeziele seien unrealistisch, aktuelle Sparpläne seien „die nächste Ohrfeige“ für die Mitarbeiter.

Christiane Benner, ist 1. Vorsitzende der IG Metall Foto: Hannes P Albert/dpaChristiane Benner hält die Renditeziele von Volkswagen-Chef Oliver Blume für unrealistisch. Die Konzernpläne für künftige Renditen glichen „einem Wolkenkuckucksheim“, sagte die IG-Metall-Chefin und Vize-Aufsichtsratschefin von Volkswagen in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Wie, so Benner, „soll denn der Volkswagen-Konzern unter den derzeitigen geopolitischen Bedingungen eine operative Umsatzrendite von neun Prozent schaffen, von der in den Medien zu lesen war? Wenn der Vorstand solche Ziele ausgibt, dann hat das massive Rückwirkungen auf die Modellpolitik, auf die Werke.“Benner forderte den VW-Vorstand dazu auf, seine Sparpläne zu überarbeiten: „Bevor der Aufsichtsrat den Plänen des Vorstands zustimmen kann, muss der Vorstand seine Pläne deutlich konkretisieren und anpassen. Wir wollen wissen: Um welche Modelle geht es, wie sollen die Ziele erreicht werden?“Werksschließungen schloss Benner kategorisch aus. „Werksschließungen gehen mit uns nicht. Die Beschäftigten haben Perspektiven verdient. Deshalb schauen wir bei Volkswagen aktuell in alle Ecken“, so Benner. Aufgrund der neuerlichen Sparideen sei die Vertrauenskultur bei Volkswagen zerstört, so Benner: „Die Belegschaft musste bereits heftige und schmerzhafte Einschnitte hinnehmen und kriegt direkt die nächste Ohrfeige.“Druck auf Werke und Jobs nimmt zuAuch der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies – wie Benner ein Mitglied des VW-Aufsichtsrats – hatte mehr Klarheit von dem Autobauer über mögliche Sparmaßnahmen gefordert. „Wir brauchen jetzt Klarheit, die Verunsicherung muss aufhören“, sagte der SPD-Politiker in der vergangenen Woche nach einem Treffen mit der Oberbürgermeisterin und den Oberbürgermeistern der VW-Standorte Osnabrück, Braunschweig, Emden, Hannover, Salzgitter und Wolfsburg. „Wir brauchen Perspektiven und Sicherheit für die Standorte.“Zuvor hatte Konzernchef Oliver Blume angekündigt, sein neues Sparpaket für den Konzern noch in diesem Jahr verabschieden zu wollen. Vier Werke und bis zu 50.000 Stellen zusätzlich stehen demnach auf der Kippe. Der Stellenabbau käme zu den 2024 vereinbarten Einsparungen hinzu. Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.Mit Blick auf mögliche Werksschließungen in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm sprach Blume Ende Juli von einer letzten Option, die er gern vermeiden möchte. Für die vier Werke gebe es derzeit noch keine „wettbewerbsfähige Belegung“ für die 2030er‑Jahre. Aber: „Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen.“Politik verlangt Klarheit für die VW-StandorteLies betonte, er erwarte, dass Volkswagen sich mit möglichen anderen Wachstumsfeldern für Standorte befasse, wo die Automobilproduktion nicht fortgeführt werden könne: „Nichts anderes ist akzeptabel.“ Er sprach etwa von Rüstung, humanoiden Robotern und Drohnen. Auch könnten Automodelle, die in China entwickelt und gebaut würden, auch in Deutschland gebaut werden. Alle Anteilseigner und der Vorstand müssten das Ziel verfolgen, Industriestandorte in Deutschland und Niedersachsen zu stabilisieren.Von der Bundesregierung forderte der Ministerpräsident, sich für Fairness im Wettbewerb einzusetzen. Mit Blick auf die hohen Energiepreise sagte er: „Wir müssen dazu kommen, dass wir in Europa mit deutschen Standorten wettbewerbsfähig sind.“Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay warf Volkswagen vor, eine „erschreckende Botschaft“ verbreitet zu haben, die viele Unsicherheiten geschaffen habe: „Es braucht jetzt Ideen, nicht nur Sparpläne“, betonte der Grünen-Politiker. Dennis Weilmann, der Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg, kündigte an: „Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen.“ Er erwarte, dass Volkswagen „weiterhin klar zum Standort Wolfsburg und zum Standort Niedersachsen steht“, sagte der CDU-Politiker. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick