Das von Stechmücken übertragene West-Nil-Virus breitet sich in Europa weiter aus. Seit Jahresbeginn meldeten zwölf europäische Länder vor Ort übertragene Fälle, wie die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mitteilt. Neben Deutschland, Frankreich und Österreich sind demnach auch Albanien, Griechenland, Italien, die Niederlande, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien, der Kosovo und Spanien betroffen.

Mit 311 Infektionen traten laut ECDC die meisten Fälle in Italien auf, gefolgt von Griechenland mit 157 Infektionen. Insgesamt sind in Europa 99 Regionen betroffen, in 21 Regionen trat das West-Nil-Virus zum ersten Mal auf. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatten nur neun europäische Länder Infektionen gemeldet, insgesamt waren 67 Regionen betroffen.Die meisten Infektionen mit dem West-Nil-Virus treten in Europa während der Mückensaison zwischen Frühjahr und Herbst auf. Hochzeit der Übertragungen ist zwischen Juli und September. Auch invasive Mückenarten tragen zur Ausbreitung des Virus bei. Europa müsse deshalb seine Kapazitäten zur Mückenbekämpfung ausbauen, erklärte das ECDC. Dazu sei eine länderübergreifende Zusammenarbeit und ein »integrierter Ansatz« notwendig. Dieser umfasse neben der Überwachung der Mückenpopulationen auch die Einbindung der Bevölkerung sowie »gezielte Lösungen zur Mückenbekämpfung unter Berücksichtigung der Umweltauswirkungen.«