Mach mal Pause. George Russell scheinen die Sommerferien der Formel 1 gutgetan zu haben. Am Freitag drehte er im Mercedes bei der Qualifikation für das Sprint-Rennen der Formel 1 am Samstag auf der Rennstrecke von Zandvoort (12 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel, Sky und RTL) die „schnellste“ Runde: „Ich liebe diese Strecke, man braucht viel Engagement“, sagte der Engländer: „Toll, wieder hier zu stehen.“Er nimmt den Auftakt für den Großen Preis der Niederlande als Bestätigung für seine Kampfansage im eigenen Stall. 59 Punkte liegt er als Dritter der Fahrerwertung hinter seinem führenden Teamkollegen Kimi Antonelli. Aber diesmal blieb der Italiener als Fünfter vergleichsweise weit zurück. „Ich hatte Probleme in den langsamen Kurven“, erzählte der 19-jährige Steuerkünstler dem TV-Sender Sky.Antonelli lässt den Kies fliegenSelbst verschuldet. Denn im ersten Durchgang schoss er über die Piste hinaus in den Kies. Die Steine schlugen Löcher in den Unterboden. Der wurde zwar laut seines Teamchefs Toto Wolff repariert: „Aber klar“, behauptete Antonelli, „hat das dann noch eine Rolle gespielt.“ So ein Fauxpas in den ersten Minuten beschädigt aber nicht nur das Chassis. Selbstvertrauen schafft Siegerzeiten. Umso interessanter, dass Antonelli nur 0,22 Sekunden länger brauchte als Russell.Aber drei Rivalen sausten noch schneller durch die Dünenlandschaft vor der Nordseeküste, 30 Kilometer westlich von Amsterdam. Am nächsten kam Russell Weltmeister Lando Norris im McLaren (0,041 Sekunden), vor Ferrari-Pilot Charles Leclerc (0,055) und Norris Teamkollege Oscar Piastri (0,099). Was zumindest für das Startplatzrennen am Samstagnachmittag eine gewisse Spannung verspricht.McLaren-Teamchef: „Die Böen sind knifflig, etwas unberechenbar“Die Abstände der besten drei Rennställe beim Sprint über gut vier Kilometer sind vorerst marginal. „Wir starten dort, wo wir aufgehört haben vor der Sommerpause. Drei Teams liegen innerhalb einer Zehntelsekunde“, sagte der Teamchef von McLaren, Andrea Stella: „Die Böen sind knifflig, etwas unberechenbar.“Vom Winde verweht erschien vor allem Rekordpilot Lewis Hamilton mit einem Rückstand von 0,624 Sekunden. Eine Welt. So sieht das auch der Lokalmatador Max Verstappen. Schimpfend über die Bockigkeit seines Red Bulls, schob er sich vor den Ferrari-Star auf Rang sechs: „Es war schwierig, die Balance zu finden, wir brauchen mehr Grip, um den Abstand verringern zu können.“Wahrscheinlich wird es der viermalige Weltmeister schwer haben, Hamilton über die rund 100 Kilometer hinter sich zu halten. Der Engländer konnte sich den Wechsel von einem „gut funktionierenden“ Auto im ersten Training bis zu einem „komplett anderen“ im Qualifying nicht erklären. Über Nacht könnte sich das ändern nach Analyse aller Daten und dem Programm des Testfahrers im Simulator. Die Basis, siehe Leclerc, scheint gut mit dem neuen Unterboden. Mercedes verwies zudem auf die Qualität der Scuderia im Dauerlauf. Ein Hinweis auch auf die zu erwartende Klasse Ferraris am Sonntag, wenn im Grand Prix gut 300 Kilometer zu absolvieren sind.Daran klammern sich Piloten auf den hinteren Rängen. Nico Hülkenberg kam aber nicht über den zweiten Durchgang des Qualifyings hinaus, während sein Teamkollege im Audi Neunter wurde. Gabriel Bortoleto setzt den Trend im Team fort. Diesmal ließ der 21 Jahre alte Brasilianer den einzigen Deutschen im Feld beim direkten Vergleich um 0,8 Sekunden hinter sich.Nicht glücklicher wirkte der Altmeister im Feld, Fernando Alonso. Trotz eines überarbeiteten Honda-Antriebs für den Aston Martin fuhr niemand so langsam wie der 45 Jahre alte Spanier. Er führte gleich eine Liste mit Problemen an: „Im Training sah es noch gut aus, aber dann gab's Probleme mit dem Motor, der Fahrbarkeit und der Heckflügel öffnete nicht vollständig. Dann ist es schwierig.“ Alonso hat nichts zu verlieren. Aber Sprünge werden für ihn, für Hülkenberg, selbst für die Kollegen weit vorne kaum möglich sein. Die Piste bietet kaum Überholmöglichkeiten.
Formel 1: George Russell fährt im Qualifying in Zandvoort schnellste Runde
George Russell präsentiert sich in Zandvoort im Qualifying hochkonzentriert – und angriffslustig. Er distanziert Teamkollege Kimi Antonelli und hofft vor dem Sprint-Rennen auf Spannung im Titelrennen.










