Der deutsche Discounter Lidl hatte zum Angriff auf Big Tech geblasen: ein deutsches Silicon Valley in der württembergischen Provinz als Keimzelle für Cloud- und Sicherheitslösungen, mit KI-Modellen und Kommunikationssoftware, betrieben in heimischen Rechenzentren und vermarktet mit der Zusage, dass Daten nicht in die US-amerikanische Rechtssphäre abgleiten. Es ist eine der ambitioniertesten Aufholjagden, die Europa bisher gesehen hat.
Doch der Hochlauf von Schwarz Digits stottert. Ideen für ein „Betriebssystem der Freiheit“ gibt es viele, aber die Umsetzung bleibt auf der Strecke, schreiben meine Kollegen Martin Mehringer und Caspar Schlenk. Die Frage laute nicht mehr, ob sich Inhaber Dieter Schwarz (86) und Schwarz-Boss Gerd Chrzanowski (54) vielleicht zu viel vorgenommen haben, sondern eher, ob sie bereits gescheitert sind. Anhand vieler Beispiele ziehen Martin und Caspar Bilanz eines Projekts mit Bedeutung für ganz Europa. Begibt sich der alte Kontinent endgültig in die Abhängigkeit der Supermächte USA und China – oder kann die europäische Industrie doch noch eine eigene Technologie-Infrastruktur aufbauen? Die Analyse: Lohnt sich Lidl bei Tech?
Alternative zu Lösungen der US-Tech-Elite: Kann Schwarz-Digits-Chef Christian Müller das ehrgeizige Projekt retten?






