PfadnavigationHomeICONISTPartnerschaftBrian HickersonSo viel Gewalt steckte hinter Hayden Panettieres letzter „On-off-Beziehung“Stand: 14:31 UhrLesedauer: 4 MinutenGewalttätige Beziehung: Hayden Panettiere mit Brian Hickerson im Jahr 2019. Der (Ex-)Freund, der sie einst schlug und dafür verurteilt wurde, war zum Todeszeitpunkt bei ihrQuelle: gotpap/Bauer-GriffinGC Images/Getty ImagesSie seien immer wieder „zusammengekommen“, hieß es über Hayden Panettieres (Ex-)Freund Brian Hickerson. Doch die Chronologie dieser Beziehung zeigt, wie verharmlosend dieses Narrativ eine Dynamik von Gewalt und Abhängigkeit beschreibt.Als nach dem Tod von Hayden Panettiere bekannt wurde, dass ihr Ex-Partner Brian Hickerson wieder Teil ihres Lebens (und sogar ihres Sterbens) war, wurde er direkt und reflexhaft als „On-off-Boyfriend“ beschrieben. Eine typische Dating-Formulierung, die nach einer komplizierten Liebesgeschichte klingt, nach Trennung und Versöhnung, nach emotionalem Hin und Her – und verharmlost, was sich zumindest im Fall Panettiere wirklich dahinter verbarg. Eine aktuelle Recherche der „New York Times“ erzählt nun die andere Variante so einer nur vermeintlich harmlos aufreibend-anstrengenden „On-off-Beziehung“. Hickerson war zunächst wegen mehrerer Straftaten angeklagt worden, darunter Körperverletzung sowie der Versuch, Zeugen von einer Aussage abzuhalten. Er wurde dann wegen Gewalt gegen Hayden Panettiere verurteilt. Aus Gerichtsakten gehen laut der Zeitung mehrere Vorfälle häuslicher Gewalt hervor. Die Schauspielerin beschrieb auch in ihren Memoiren, wie aus anfänglicher Nähe und Verliebtheit körperliche Übergriffe wurden: „The slaps become hits“, schrieb sie, die Ohrfeigen werden Schläge. Sie beschreibt eine Nacht, in der Hickerson ihr Gesicht so schwer verletzt habe, dass sie wochenlang das Haus nicht verlassen konnte.Ihre Mutter sagte nach dem Tod der Schauspielerin, Familie und Freunde hätten jahrelang versucht, den Mann aus ihrem Leben herauszuhalten. Noch im März dieses Jahres soll, so berichtet eine „mit den Ereignissen vertraute Person“ der NYT, Panettiere privaten Sicherheitsdienst engagiert haben, um sich vor Hickerson zu schützen. Doch nicht nur den Moment ihres Sterbens verbrachte sie schon wieder gemeinsam mit ihm, schon in den Wochen zuvor wurden sie immer wieder zusammen gesehen. Die Rückkehr zu einem gewalttätigen Partner erscheint Außenstehenden oft unverständlich. War die Beziehung vielleicht doch einfach „kompliziert“? Tragen nicht beide Verantwortung? Die psychologische Forschung beschreibt aber genau diese immer wiederkehrenden Trennungs- und Rückkehrmuster als typisch für missbräuchliche Beziehungen. Denn auf Phasen von Angst folgen Phasen der Nähe, der Täter bereut, das Opfer hofft auf Veränderung. Durch diesen Kreislauf aus Gewalt, Reue und Hoffnung entsteht oft eine emotionale Abhängigkeit, die innerhalb einer solchen Beziehung eine enorme Bindungskraft entwickeln kann.Lesen Sie auchPanettiere selbst formulierte dies in ihren erst im Frühjahr erschienenen Memoiren: Das Problem sei nicht gewesen, dass ihr die Gewalt harmlos erschien. Vielmehr habe sich die Vorstellung, allein zu sein, für sie noch unerträglicher angefühlt („What I never told them was that the abuse I'd endured didn't feel as bad as the thought of being alone“). Damit beschrieb sie die Dynamik ihrer emotionalen Abhängigkeit und gleichzeitig eine geradezu prototypische Bindung, die aus Trauma entsteht. Wer traumatisiert ist, sucht Schutz bei seiner engsten Bindungsperson – auch wenn die derjenige ist, der das Trauma verursacht hat. In den Memoiren schreibt die Schauspielerin, sie habe sich zeitweise von Freunden und Familienmitgliedern abgeschottet, die sie vor der Beziehung warnen wollten. So verstärkt sich die Isolation – und die Bindung zur einzigen Person, die bleibt.Hickerson selbst übrigens bestritt die Gewalt nie. In einem Interview mit TMZ rund um die Veröffentlichung von Panettieres Memoiren bezeichnete er die Schilderungen als zutreffend. Er sprach von einem „dark place“, in den er geraten sei, und sagte über die Misshandlungen: „Terrible thing I did to her.“ Schrecklich, was ich ihr angetan habe. Lesen Sie auchNach seiner Verurteilung musste er 45 Tage ins Gefängnis und an einem Programm für Täter häuslicher Gewalt teilnehmen, Alkoholiker-Selbsthilfegruppen besuchen und mehrere Aggressionsbewältigungskurse absolvieren. 2025 später versuchte er laut den von der New York Times ausgewerteten Gerichtsunterlagen, seine Verurteilungen von Verbrechen zu Vergehen herabstufen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft erinnerte das Gericht daran, dass es „zahlreiche Vorfälle häuslicher Gewalt“ gegeben habe. Ein zweiter Antrag wurde erst eine Woche vor Panettieres Tod abgelehnt. „Gewalttäter – sie verflechten sich wie Unkraut in dein Leben“, sagte Panettiere in einem Podcast im Mai über Hickerson. Sie habe sich nun aber endlich befreit. „Ich wäre ein Idiot, sie nicht in Ruhe zu lassen, damit ihre Karriere wieder erblühen kann“, sagte Hickerson, ebenfalls im Mai.
Hayden Panettiere: Gewalttätige Beziehung – warum sie immer wieder zurückkehrte - WELT
Sie seien immer wieder „zusammengekommen“, hieß es über Hayden Panettieres (Ex-)Freund Brian Hickerson. Doch die Chronologie dieser Beziehung zeigt, wie verharmlosend dieses Narrativ eine Dynamik von Gewalt und Abhängigkeit beschreibt.














