Es gibt Popbands, die veröffentlichen ein neues Album. Und es gibt Take That. Die britische Formation, inzwischen auf die Dreierbesetzung Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen (also ohne ihren Jüngsten, Robbie Williams) geschrumpft, macht aus der bevorstehenden Veröffentlichung ihres zehnten Studioalbums zunächst einmal ein gesellschaftliches Ereignis: Am 3. September wird in Berlin für 750 handverlesene Fans Musik gespielt, die der Rest der Welt noch nicht hören darf.
Das ist, streng genommen, eine ziemlich altmodische Idee. Man versammelt Menschen in einem Raum, legt Musik auf und bittet sie, anschließend darüber zu sprechen. Früher hieß das vielleicht Plattenpremiere. Heute ist es ein „Album Listening Event & Q&A“. Das klingt weniger nach Popkonzert als nach einer Mischung aus Hauptversammlung, Sektenritual und sehr gut organisiertem Fanclubtreffen.
Take That in Berlin: Vielleicht in einer Lagerhalle?
Der Ort bleibt geheim. Nur wer ein Ticket besitzt, erfährt, wohin er muss. Das Geheimnis ist also nicht etwa der Inhalt der Veranstaltung (der ist ja vage bekannt), sondern ihre Adresse. Berlin darf für einen Abend wieder ein bisschen mysteriös sein. Vielleicht findet die Veranstaltung in einer ehemaligen Lagerhalle statt? Vielleicht in einem Hotel? Vielleicht aber auch in einem Raum, der sich am Ende als gewöhnlicher Berliner Veranstaltungsort entpuppt, dessen Adresse man nur deshalb geheim halten musste, weil Geheimhaltung inzwischen selbst zur Erlebnisgastronomie des Pop gehört.






