Frankenthal (dpa/lrs) - Der einzige Gas-Untertagespeicher inRheinland-Pfalz und im Saarland ist dem Betreiber zufolge aktuell leer - im Unterschied zu den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt. Der Arbeitsgasfüllstand liege derzeit bei null Prozent, teilte ein Sprecher der Firma Enovos mit, die den Speicher im pfälzischen Frankenthal betreibt. Zuvor hatten Medien berichtet. In vergangenen Jahren war Frankenthal im Spätsommer teilweise bereits zu mehr als zwei Dritteln gefüllt. Die jetzige Situation begründet der Betreiber mit den aktuellen Marktbedingungen. Diese machten es wirtschaftlich unattraktiv, Gas im Sommer einzukaufen, einzuspeichern und für den kommenden Winter vorzuhalten. „Entsprechend besteht aktuell nur eine geringe Nachfrage nach Speicherkapazitäten, sodass bislang keine Kapazitäten gebucht wurden und keine Befüllung erfolgt ist“, hieß es. Für die Versorgung sind Untertagespeicher von großer Bedeutung. Sie können erhebliche Mengen speichern und dienen insbesondere dem saisonalen Ausgleich. Oberirdische Anlagen sind oft deutlich kleiner und übernehmen meist eher kurzfristige Speicherfunktionen.Frankenthal umfasst zwei „Speicherhorizonte“Der Enovos Erdgasspeicher kann rund 88 Millionen Kubikmeter im Boden speichern. Das Unternehmen übernimmt Kundengas und lagert es. Frankenthal umfasst zwei sogenannte Speicherhorizonte in 700 Metern und 1.000 Metern Tiefe, mit einer Fläche von 2,5 Kilometer mal 1,0 Kilometer.Dem Branchenverband Initiative Energien Speichern (Ines) zufolge sind die Gasspeicher in Deutschland so gering gefüllt wie noch nie zum Zeitpunkt Mitte August seit dem Start der Aufzeichnungen 2011. Nach Angaben des Ines-Geschäftsführers Sebastian Heinermann liegt der Füllstand bundesweit bei 49 Prozent, im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 67 Prozent.„Es wird immer enger“Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), erklärte, die Füllstandvorgabe sei zwar auf 70 Prozent gesenkt worden. Dennoch sei auch das eine enorme Herausforderung. Das Ziel sei zwar noch erreichbar - „aber es wird immer enger“, sagte Andreae dem Deutschlandfunk.Die Gaspreise sind in diesem Sommer wegen des Iran-Kriegs mit der faktischen Blockade der Straße von Hormus ungewöhnlich hoch, weshalb Händler weniger Gas für den Verkauf im Winter einkaufen.© dpa-infocom, dpa:260821-930-563485/1
Gas-Untertagespeicher in Rheinland-Pfalz und Saarland leer
Frankenthal (dpa/lrs) - Der einzige Gas-Untertagespeicher inRheinland-Pfalz und im Saarland ist dem Betreiber zufolge aktuell leer - im Unterschied zu den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt. Der Arbeitsgasfüllstand liege derzeit bei null Prozent, teilte ein Sprecher der Firma Enovos mit, die den Speicher im pfälzischen Frankenthal betreibt. Zuvor hatten Medien berichtet. In vergangenen Jahren war Frankenthal im Spätsommer teilweise bereits zu mehr als zwei Dritteln gefüllt. Die jetzige Situation begründet der Betreiber mit den aktuellen Marktbedingungen. Diese machten es wirtschaftlich unattraktiv, Gas im Sommer einzukaufen, einzuspeichern und für den kommenden Winter vorzuhalten. „Entsprechend besteht aktuell nur eine geringe Nachfrage nach Speicherkapazitäten, sodass bislang keine Kapazitäten gebucht wurden und keine Befüllung erfolgt ist“, hieß es. Für die Versorgung sind Untertagespeicher von großer Bedeutung. Sie können erhebliche Mengen speichern und dienen insbesondere dem saisonalen Ausgleich. Oberirdische Anlagen sind oft deutlich kleiner und übernehmen meist eher kurzfristige Speicherfunktionen.Frankenthal umfasst zwei „Speicherhorizonte“Der Enovos Erdgasspeicher kann rund 88 Millionen Kubikmeter im Boden speichern. Das Unternehmen übernimmt Kundengas und lagert es. Frankenthal umfasst zwei sogenannte Speicherhorizonte in 700 Metern und 1.000 Metern Tiefe, mit einer Fläche von 2,5 Kilometer mal 1,0 Kilometer.Dem Branchenverband Initiative Energien Speichern (Ines) zufolge sind die Gasspeicher in Deutschland so gering gefüllt wie noch nie zum Zeitpunkt Mitte August seit dem Start der Aufzeichnungen 2011. Nach Angaben des Ines-Geschäftsführers Sebastian Heinermann liegt der Füllstand bundesweit bei 49 Prozent, im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 67 Prozent.„Es wird immer enger“Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), erklärte, die Füllstandvorgabe sei zwar auf 70 Prozent gesenkt worden. Dennoch sei auch das eine enorme Herausforderung. Das Ziel sei zwar noch erreichbar - „aber es wird immer enger“, sagte Andreae dem Deutschlandfunk.Die Gaspreise sind in diesem Sommer wegen des Iran-Kriegs mit der faktischen Blockade der Straße von Hormus ungewöhnlich hoch, weshalb Händler weniger Gas für den Verkauf im Winter einkaufen.© dpa-infocom, dpa:260821-930-563485/1












