Knapp ein Viertel der Unternehmen in Deutschland leidet einer Untersuchung des ifo Instituts zufolge unter Fachkräftemangel. In einer Umfrage der Münchner Experten gaben 23,2 Prozent der Unternehmen an, dass ihnen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Das waren gut zwei Prozentpunkte mehr als noch im April. Allerdings liegt der Wert weiterhin deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von knapp einem Drittel.„Die schwache Konjunktur hält den Fachkräftebedarf derzeit in Grenzen“, sagte ifo-Expertin Daria Schaller. Sie erwartet jedoch auch: „Mit einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung dürfte auch der Fachkräftemangel aber wieder deutlicher zunehmen.“Die deutsche Wirtschaft ist zuletzt leicht gestiegen - Von April bis Juni das dritte Quartal in Folge. Auch wegen der besseren Lage der Industrie, die nicht zuletzt von staatlichen Großaufträgen für Infrastruktur und Verteidigung profitiert, haben sich die Konjunkturaussichten zuletzt aufgehellt. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken verdoppelte seine Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent. Auf den Arbeitsmarkt hat die Erholung bisher nicht durchgeschlagen. „Mehr Arbeitslose bedeuten nicht automatisch mehr verfügbare Fachkräfte“, sagte Schaller. „Entscheidend ist, ob Qualifikation und Anforderungen der offenen Stellen zusammenpassen.“