Das Sicherheitskonzept Zero Trust geht davon aus, dass kein Benutzer, Gerät, Dienst oder Netzwerk automatisch als vertrauenswürdig gilt. Die Einführung gilt als langfristig und aufwendig. Doch statt gleich alles zu wollen, kann man sich auch auf einige wenige Basismaßnahmen mit großem Impact konzentrieren. Der Minimum-Viable-Ansatz setzt dort an, wo das Schadenspotenzial im Ernstfall am höchsten ist. Wie man diese Idee bei der Einführung von Zero Trust im Unternehmen umsetzen kann – das erklärt Marcel Küppers, einer der Titelautoren der neuen iX 09/2026, im Interview.
Marcel Küppers verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der Cybersicherheit und war als CISO, Ethical Hacker etc. tätig. Heute ist er Unternehmer, Berater und Gründer von Cycademy und gibt sein Fachwissen weiter.
(Bild: iX)
Die Einführung von Zero Trust kann in der Unternehmens-IT schnell zum endlosen Großprojekt ausarten. Woran liegt das?
Das liegt vor allem daran, dass Zero Trust häufig als umfassende Zielarchitektur verstanden wird, die gleichzeitig Netzwerk, Identitäten, Endgeräte, Anwendungen, Cloud-Dienste und Betriebsprozesse verändern soll. In gewachsenen Unternehmensumgebungen trifft dieser Anspruch auf heterogene Verzeichnisdienste, mehrere Identity Provider, Legacy-Anwendungen, historisch gewachsene Admin-Pfade und uneinheitliche Geräteverwaltung. Wenn dann noch versucht wird, alle Applikationen und Nutzergruppen gleichzeitig einzubeziehen, wächst der Scope sehr schnell.






