Ein Tourist aus der Schweiz ist auf der indonesischen Insel Bali nach abfälligen Online-Kommentaren über einen wichtigen hinduistischen Feiertag zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Ein Richter befand den 26-Jährigen in der Stadt Denpasar für schuldig, sich in den sozialen Medien beleidigend über den Feiertag Nyepi – den »Tag der Stille« – geäußert zu haben, wie örtliche Medien berichten.Am höchsten Feiertag auf der Insel, der auch das balinesische Neujahr markiert und gewöhnlich im März liegt, gelten strenge Regeln – nicht nur für die tief religiöse Bevölkerung, sondern auch für Touristen. Niemand darf auf die Straße, der Verkehr ruht komplett, und selbst der internationale Flughafen Ngurah Rai bleibt geschlossen. Am Vorabend wird es dagegen noch einmal laut: Bei traditionellen Paraden ziehen riesige Dämonenfiguren, sogenannte Ogoh-Ogoh, durch die Straßen.

Das Video habe sich schnell verbreitet und für große Empörung gesorgt. Schließlich wurde der Mann den Berichten zufolge festgenommen. Die fünf Monate, die er seitdem in Untersuchungshaft verbracht habe, würden von der einjährigen Haftstrafe abgezogen, hieß es.Bali ist innerhalb Indonesiens – dem größten islamischen Land der Erde – die einzige Insel mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit. Entsprechend tief ist der Glaube im Alltag verankert. Am »Tag der Stille« kontrollieren lokale Sicherheitskräfte die Einhaltung der Vorschriften. Von Besuchern wird erwartet, dass sie sich ruhig und respektvoll verhalten – Touristen dürfen sich aber meist in ihren Hotelanlagen frei bewegen.