Das Bundeswirtschaftsministerium unter Ministerin Katherina Reiche (53; CDU) versucht Sorgen um etwaige Engpässe bei der Gasversorgung in der kalten Jahreszeit zu zerstreuen. „Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten“, heißt es in einem Papier des Hauses. Einen staatlichen Eingriff schließt man aber für die Zukunft nicht aus.

Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit nach Angaben des Branchenverbands Ines so gering gefüllt wie noch nie seit Start der Aufzeichnungen im Jahr 2011. „Der aktuelle Gasspeicherfüllstand ist mit Abstand der tiefste Füllstand zu dieser Zeit, der seit Aufzeichnung der Speicherfüllstände in Deutschland aufgetreten ist“, sagte der Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (Ines), Sebastian Heinermann, der Deutschen Presse-Agentur. „Es handelt sich somit um einen historischen Tiefstand.“ Dementsprechend war der europäische Gaspreis am Donnerstag auf den höchsten Stand seit März gestiegen.

Ministerium: Speicher plus Importe reichen ausAus dem Wirtschaftsministerium heißt es, man nehme es ernst, dass die deutschen Gasspeicher deutlich weniger gefüllt seien als in den vergangenen Jahren. „Gleichzeitig lässt sich die Versorgungssicherheit nicht allein an einem Speicherfüllstand ablesen.“ Gas komme insbesondere über Pipelines aus Norwegen, Importterminals für Flüssiggas (LNG) und von europäischen Nachbarländern.