Aus Freund wird Feind – und nun doch wieder Freund? Donald Trump hat sich offenbar mit seinem früheren Anwalt Michael Cohen ausgesprochen und betrachtet diesen nicht mehr als Widersacher.In einem Radiointerview, das am Sonntag in ganzer Länge auf dem Sender 77WABC ausgestrahlt werden soll, in Teilen aber bereits veröffentlicht wurde, zeigen sich die über mehrere Jahre heftig zerstrittenen Männer wieder einig. Cohen geht auf X sogar so weit, das Treffen als »Impossible Reunion«, also als eine eigentlich unmögliche Aussöhnung, zu bezeichnen.

An Pathos lässt er es nicht mangeln: »Nach Jahren voller Verrat, gebrochener Herzen, Wut und Schweigen stehen zwei Männer, die einst gemeinsam der Welt die Stirn boten, vor der unmöglichen Frage: Kann Vergebung wiederbeleben, was der Hass zerstört hat?«Cohen berichtet in dem Gespräch etwa, dass er sich im vergangenen Jahr dreimal mit Trump getroffen habe, es seien emotionale Treffen gewesen. Cohen verwies darauf, dass er 15 Jahre mit Trump befreundet gewesen sei, bis das Verhältnis durch »Politik« erschüttert worden sei.

Wiedervereint in der OpferrolleEs gebe wohl »keine weiteren zwei Menschen auf diesem Planeten, gegen die das Justizministerium so sehr als Waffe eingesetzt wurde wie gegen Trump und mich«, behauptete Cohen weiter. Diese Einschätzung scheint auch Trump zu teilen: »Sie haben dich zur Waffe gemacht, wie noch nie jemand zur Waffe gemacht wurde, wie nur wenige es gemacht wurden«, so der US-Präsident.Cohen ist in den Interviewauszügen hörbar darum bemüht, bei Trump wieder wohlgelitten zu sein. So dankt er Trump etwa dafür, dass es den USA gut gehe und spricht diesen als »Boss« an. Trump revanchiert sich wiederum mit Respekt für »die Tatsache, dass du alles widerrufen hast, was du gesagt hast – und das ist eine große Sache, das ist wirklich eine sehr große Sache.« Faktisch hat Cohen seine Aussagen allerdings bislang nicht widerrufen.