PfadnavigationHomePolitikLandtagswahl 2026Minderheitsregierung oder doch der Tabubruch? Das müssen Sie zur Wahl in Sachsen-Anhalt wissenStand: 07:45 UhrLesedauer: 3 MinutenQuelle: Infografik WELTDie wohl spannendste Wahl des Jahres findet am 6. September in Sachsen-Anhalt statt, denn dort könnte die AfD erstmals stärkste Kraft werden. Und stabile Mehrheiten sind nicht in Sicht.Die wohl spannendste Wahl des Jahres findet am 6. September in Sachsen-Anhalt statt. Die Wahl zum 9. Landtag gilt bundespolitisch als richtungsweisend, da die AfD nach aktuellen Umfragen erstmals in einem Flächenland stärkste Kraft werden und sogar eine absolute Mehrheit der Sitze erreichen könnte. Gleichzeitig hat die CDU nach dem Rückzug von Reiner Haseloff mit dem aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze einen personellen Neuanfang vollzogen.Lesen Sie auchAktuelle WahlumfragenIn den Umfragen liegt die als gesichert rechtsextrem eingestufte Landespartei mit deutlichem Abstand vorn. Eine absolute Mehrheit gilt als nicht ausgeschlossen, sollten kleinere Parteien wie FDP und Grüne den Einzug ins Parlament verpassen. Die CDU folgt mit etwa 23 bis 26 Prozent. Dahinter rangieren die Linke mit rund 13 Prozent, die SPD mit etwa 7 Prozent. Grüne, FDP und BSW bewegen sich derzeit um oder unter der Fünf-Prozent-Hürde und müssten um den Einzug in den Landtag bangen. Wahlumfragen sind jedoch lediglich Momentaufnahmen und keine Prognosen des Wahlergebnisses.Welche Regierungsbündnisse sind möglich?Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Zwar könnte die AfD nach den Umfragen stärkste Kraft werden, jedoch schließen CDU, SPD, Grüne und Linke eine Zusammenarbeit mit der Partei weiterhin aus.Damit ergeben sich mehrere denkbare Szenarien:AfD-Alleinregierung: Nur möglich, wenn die Partei eine absolute Mehrheit der Mandate erreicht. Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, welche kleineren Parteien in den Landtag einziehen.CDU-geführte Koalition: Rechnerisch wäre ein Bündnis mit SPD, Grünen und Linken derzeit nur dann möglich, wenn genügend dieser Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Und auch dann bliebe eine solche Koalition nur eine theoretische Option. Denn der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU, mit der Linken zusammen in einer Regierung zu arbeiten, müsste dann fallen. Die wäre ein Tabubruch für die Union. Zudem gibt es erhebliche Differenzen zwischen den Parteien, die eine pragmatische Regierungsarbeit erschweren dürften.Minderheitsregierung: Sollte keine stabile Mehrheit zustande kommen, gilt auch eine CDU-Minderheitsregierung als denkbares Modell. Über ein solches Szenario wird bereits öffentlich diskutiert.Die SpitzenkandidatenDie wichtigsten Parteien ziehen mit folgenden Spitzenkandidaten in den Wahlkampf:CDU: Sven Schulze (Ministerpräsident)AfD: Ulrich SiegmundSPD: Armin WillingmannDie Linke: Eva von AngernBündnis 90/Die Grünen: Susan Sziborra-SeidlitzFDP: Lydia HüskensBSW: Claudia Wittig und Thomas Schulze (Doppelspitze)So funktioniert das WahlrechtDer Landtag von Sachsen-Anhalt wird grundsätzlich für fünf Jahre gewählt. Jeder Wahlberechtigte verfügt über zwei Stimmen: Mit der Erststimme wählt er die Direktkandidaten im Wahlkreis. Mit der Zweitstimme erfolgt die Wahl einer Partei über die Landesliste. Sie entscheidet maßgeblich über die Sitzverteilung im Landtag.Lesen Sie auchInsgesamt besteht der Landtag regulär aus mindestens 83 Abgeordneten. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann die tatsächliche Zahl der Sitze höher ausfallen.An der Sitzverteilung nehmen grundsätzlich nur Parteien teil, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erreichen oder die Voraussetzungen für eine Ausnahme nach dem Wahlrecht erfüllen. Wahlberechtigt sind deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind und ihren Wohnsitz in Sachsen-Anhalt haben. Alternativ kann auch per Briefwahl abgestimmt werden.Die Ergebnisse der letzten Landtagswahl 2021 im Überblick:CDU: 37,1 ProzentAfD: 20,8 ProzentSPD: 8,4 ProzentLinke: 11 ProzentFDP: 6,4 ProzentGrüne: 5,9 ProzentSonstige: 7,2 Prozent