Russland und die USA sind erzürnt darüber, dass die frühere deutsche Außenministerin und amtierende Präsidentin der Uno-Generalversammlung auf eine stärkere Einbindung des Organs bei der Auswahl des künftigen Uno-Generalsekretärs drängt.Russland sei besorgt »über die Rolle, die sich die Präsidentin der Generalversammlung selbst zuzuschreiben versucht«, sagte der russische Uno-Botschafter Vassily Nebensja in New York. Damit schloss er sich einer Kritik vom Vortag aus den USA an, in der Baerbock unter anderem »Heuchelei« unterstellt wurde.
Baerbock macht sich für Änderungen am bislang gängigen Auswahlverfahren für die Nachfolge von Uno-Generalsekretär António Guterres stark, der zum Ende des Jahres aus dem Amt scheidet. Baerbock hatte mehrfach erklärt, sich für ein »transparentes, inklusives, strukturiertes, rechtzeitiges und glaubwürdiges« Auswahlverfahren einzusetzen.Die entscheidende Empfehlung über den Posten liegt beim Uno-Sicherheitsrat, der sich in nicht öffentlichen Abstimmungen auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin verständigt, der oder die dann von der Generalversammlung der 193 Mitgliedsländer ernannt wird. Derzeit gibt es acht Bewerber auf den Posten.
Baerbock organisierte Abstimmung über KandidatenVor dem Hintergrund hat Baerbock – wie seit einigen Jahren üblich – etwa öffentliche Befragungen der Kandidaten organisiert sowie Schreiben an den Sicherheitsrat zum Auswahlverfahren verfasst. Bei der Veranstaltung hatte das Publikum dann über die Kandidaten abgestimmt, laut Diplomaten war das erstmalig so. Zudem hatte sie den Sicherheitsrat gebeten, keine Kandidaten zu berücksichtigen, die nicht zuvor an einem Dialog mit der Generalversammlung teilgenommen haben. Diese Forderung geht den USA und Russland offenbar zu weit.










