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Zwischen zwei buckligen Grünlandflächen zieht sich ein Graben, der früher dunkles, stilles Moorwasser führte. Heute ist er nur noch ein ausgetrockneter Streifen, die Ränder mit braunem Schilf gesäumt. Am Ende des Grabens ragt die alte Stauklappe aus dem Boden – schief, verrostet, der Beton ringsum abgesackt. Ein paar letzte Tropfen sickern durch die Fuge und verlieren sich im Sand.

Früher hielt dieses Wehr den Wasserstand über Wochen stabil. Jetzt ist es nur noch ein Durchlass – und die Fläche dahinter verliert ihre Feuchte, wird härter, spröder. Was hier wie ein technisches Detail wirkt, ist längst ein Politikum: Brandenburgs Entwässerungsanlagen sind vielerorts marode – und mit jedem verlorenen Liter wird die Frage drängender, wer die Verantwortung trägt.

Die historischen Entwässerungssysteme Brandenburgs reichen teils bis ins 18. Jahrhundert zurück, wurden über Jahrzehnte verändert und überformt. Sie bilden heute die wasserwirtschaftliche Grundlage der Kulturlandschaft. Ein vollständiger Rück- oder Umbau sei daher „nicht möglich“, heißt es aus der Pressestelle des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) auf Nachfrage des Autors. Stattdessen setze das Land „auf sinnvolle und machbare wasserwirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen“ im Rahmen des Landesniedrigwasserkonzepts von 2021.