Angesichts der geringen Füllstände der Gasspeicher hat die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Ramona Pop, vor steigenden Preisen für Gaskunden gewarnt.„Wir beobachten die Gasspeicherstände sehr genau und sehen die möglichen Herausforderungen für den kommenden Winter. Die Einkaufspreise für Gas steigen seit Beginn des Krieges im Nahen Osten deutlich“, sagte Pop der „Rheinischen Post“.„Niedrige Speicherstände würden die bereits angespannte Lage auf den Energiemärkten in der kommenden Heizsaison weiter verschärfen. Für Privathaushalte kann das höhere Energiepreise bedeuten“, erklärte Pop.Die Gaspreise bei Neuverträgen sind immer noch deutlich niedriger als das Preisniveau vieler Bestandskunden.VerivoxGaskunden riet sie zur Vorsicht: „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten jetzt prüfen, ob ihr Vertrag über den Winter hinaus eine Preisbindung vorsieht“, sagte Pop. Das schütze zunächst vor steigenden Preisen. Zugleich lohne es, Preise zu vergleichen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Ramona Pop ist seit Juli 2022 Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. © Tagesspiegel/Mario Heller Deutsche Gasspeicher aktuell nur halbvollDie deutschen ebenso wie die europäischen Füllstände liegen aktuell deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Laut jüngsten Daten des europäischen Verbands der Gasinfrastrukturbetreiber (GIE) lag der Füllstand am 17. August bei 61,37 Prozent. Vor einem Jahr waren es knapp 74 Prozent.Die deutschen Gasreserven sind deutlich geringer: Hier meldete die GIE für den 17. August einen Füllstand der Speicher von 50,06 Prozent, nachdem sie vor einem Jahr zu knapp 67 Prozent gefüllt waren. Vergleichsportal: Anbieterwechsel kann sich lohnen Dem Vergleichsportal Verivox zufolge sind die Preise für Neukunden bereits deutlich gestiegen. Die günstigsten Angebote lagen demnach Anfang März noch bei rund acht Cent pro Kilowattstunde, inzwischen sind es zehn Cent. „Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bedeutet das höhere Kosten von rund 400 Euro“, erklärte Verivox.„Am schnellsten steigen die Preise für Neukunden, da diese Angebote üblicherweise besonders streng kalkuliert sind“, erklärte der Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. „Mit der Zeit werden aber auch die Preise für Bestandskunden erhöht.“Auch das Vergleichsportal rät – ähnlich wie Pop – zu einem Anbietervergleich. „Die Gaspreise bei günstigen Neuverträgen sind derzeit immer noch deutlich niedriger als das Preisniveau vieler Bestandskunden“, erklärte das Portal.„Ein Wechsel funktioniert auch, wenn der eigene Vertrag noch einige Monate läuft: Es gibt Versorger, bei denen man sich die heutigen Konditionen für bis zu zwölf Monate im Voraus sichern lassen kann.“(dpa, AFP)