Um ein mittelgroßes Geheimnis aus der Kulturredaktion eines deutschen Nachrichtenmagazins zu verraten: Wenn alljährlich im Herbst bekannt gegeben wird, wer den Literaturnobelpreis bekommt, bricht bei manchen Redakteurinnen und Redakteuren der Schweiß aus. Es ist schon vorgekommen, dass bei der Bekanntgabe eines Preisträgers oder einer -preisträgerin mehrere ratlose Menschen einander fragten, wer, tja, denn nun am besten über die News aus Stockholm berichten könne.
Um es diplomatisch zu formulieren: Es werden eben sehr viele Bücher auf dieser Welt publiziert – und ja, auch die fantastischsten, interessantesten Schriftstellerinnen und Schriftsteller schaffen es nicht unbedingt ins Leseregal von den versiertesten Literaturkritikern.
Neulich wurde die Longlist des Deutschen Buchpreises bekannt gegeben. Nicht so wichtig wie der Nobelpreis, aber im deutschsprachigen Raum die wichtigste Auszeichnung. Zwanzig deutsch schreibende Autorinnen und Autoren können sich Hoffnung machen, die Auszeichnung zu bekommen. Am 9. September folgt die Shortlist mit sechs Namen, am 5. Oktober die Preisverleihung. Der erste Platz ist mit 25.000 Euro dotiert.
Mats Mal von der Schwedischen Akademie verkündet die Verleihung des Literaturnobelpreises an Annie Ernaux im Oktober 2022: Eine Bühne, um über Bücher zu sprechen






