PfadnavigationHomeRegionalesRheinland-Pfalz & Saarland«Eine Welt im Umbruch» - Festival des deutschen Films läuftStand: 02:02 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Filmschau in der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz gilt als wichtiger Branchentreff. (Archivfoto)Quelle: Uwe Anspach/dpaLudwigshafen gilt als das besucherstärkste deutsche Filmfestival nach der Berlinale. Diesmal wird ein bekannter Regisseur geehrt. Ein Schauspieler erhält bei der Eröffnung gar Sprechchöre.Mit dem Eröffnungsfilm «Plötzlich Schwiegervater» von Till Endemann ist das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen in sein 22. Jahr gestartet. Die bis zum 6. September laufende Filmschau in der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz gilt als Ideenbörse und wichtiger Branchentreff. Insgesamt sind 74 Produktionen inklusive Kinderfilmen zu sehen.Ludwigshafen gilt als besucherstärkstes deutsches Filmfestival nach der Berlinale. Im vergangenen Jahr kamen den Veranstaltern zufolge mehr als 135.000 Kinofans auf die Parkinsel im Rhein an der Grenze zu Baden-Württemberg.Heimspiel für OchsenknechtMit «Uwe, Uwe»-Sprechchören wurde Schauspieler Uwe Ochsenknecht am Eröffnungsabend begrüßt. Der 70-Jährige, in lindgrünem Hemd und weißer Sommerhose, ist in Ludwigshafens Nachbarstadt Mannheim aufgewachsen. Ochsenknecht spielt ebenso wie Schauspielerin Leslie Malton, die ebenfalls mit viel Applaus begrüßt wurde, im Eröffnungsfilm mit. Insgesamt konkurrieren 13 Streifen um den Filmkunstpreis.Als Vertreter aus Mainz kam Ministerpräsident Gordon Schnieder zur Eröffnung. Zusammen mit dem für Kultur zuständigen Minister Sven Teuber (SPD) wolle er ein Zeichen senden, wie stark die Landesregierung hinter der Kultur steht, sagte der CDU-Politiker. «Weil wir in einer Zeit leben, wo der Ton rauer geworden ist und die Gesellschaft auseinanderdriftet. Ich bin froh, dass wir uns in der Regierung einig sind: Kultur ist der Kitt, der Gesellschaft zusammenhält.»Das deutsche Kino feiertDas Festival läuft in einem Freiluftkino sowie in Kinozelten. An den 19 Tagen werden mehrere Gäste ausgezeichnet, etwa Regisseur Volker Schlöndorff («Die Blechtrommel») mit einem Ehrenpreis. Preise für Schauspielkunst gehen an Annette Frier, Christian Berkel und Christian Redl. Zum Abschluss (5.9.) vergibt eine Fachjury den Filmkunstpreis und das Publikum den Rheingold-Preis.Für nachdenkliche Töne sorgte Intendant Michael Kötz in seiner Eröffnungsrede. In der Welt draußen laufe gerade Francis Ford Coppolas Vietnam-Epos «Apocalypse Now» als Realfilm. «Überall Katastrophen. Wir sind zwar nicht mittendrin in diesem Kriegsfilm, aber einen Friedensfilm gibt man uns auch nicht. Eine Welt im Umbruch.» Da seien Rituale wichtig.Auch nachdenkliche Töne«Und das Festival des deutschen Films ist ein Ritual - wie dereinst am Lagerfeuer des Geschichtenerzählens. Wo jemand - am besten beim Wein - Erzählungen zum Besten gab über andere Schicksale, Lebenswelten, andere Zeiten oder rätselhafte Ereignisse», sagte Kötz.Und wie im Kino brauche eine Gesellschaft auch in der Politik «Konflikte und Dispute, die Bereitschaft zum Risiko, die Bereitschaft, Fehler zu machen, die man anschließend zugeben muss». Man täte gut daran, Politiker zu akzeptieren, die Fehler machten, sich widersprächen, etwas dazulernten. «Kurz - die lebendig und authentisch sind.»Ludwigshafens Oberbürgermeister Klaus Blettner nannte die Festivalstadt mit Blick auf ihr Image als Chemiestandort eine Stadt, die mehr könne, als man ihr manchmal zutraue. «Für mich ist dieses Festival deshalb nicht nur ein kulturelles Ereignis, es erzählt auch etwas über Ludwigshafen», sagte der CDU-Politiker. Augenzwinkernd fügte er hinzu: «Andere Städte rollen für ein solches Festival den roten Teppich aus. Wir stellen gleich eine ganze Insel zur Verfügung.»dpa-infocom GmbH
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Ludwigshafen gilt als das besucherstärkste deutsche Filmfestival nach der Berlinale. Diesmal wird ein bekannter Regisseur geehrt. Ein Schauspieler erhält bei der Eröffnung gar Sprechchöre.







