Am ersten September starten in den ostdeutschen Bundesländern die Ausbildungen. Aktuell sind aber noch immer tausende Lehrstellen frei. Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sind zusammen 16.302 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Dabei gibt es allerdings nicht einfach nur einen Mangel an Bewerbern. In vielen Regionen gibt es gleichzeitig noch Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Häufig passen schlicht Berufswünsche, Wohnort oder Anforderungen der Betriebe nicht zum vorhandenen Angebot.

Sachsen: 6400 freie Stellen, 5900 Jugendliche suchen noch

Sachsen ist das Bundesland mit den meisten freien Ausbildungsplätzen. Im Juli wurden 17.600 Bewerberinnen und Bewerber sowie 18.200 Ausbildungsstellen gemeldet, wie die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Davon waren noch 5900 Bewerber ohne Stelle und 6400 Ausbildungsstellen frei. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der unversorgten Bewerber damit um 11,8 Prozent, während die Zahl der freien Ausbildungsstellen um 5,8 Prozent zurückging.

Die Arbeitsagentur bewertet den sächsischen Ausbildungsmarkt dennoch als „erfreulich robust und nahezu ausgeglichen“. Rein rechnerisch gebe es für jeden noch suchenden Bewerber eine freie Ausbildungsstelle. Warum trotzdem tausende Jugendliche keinen Vertrag haben, erklärt die Regionaldirektion mit einem sogenannten Mismatch. Genannt werden unter anderem regionale Unterschiede, unterschiedliche Berufswünsche sowie Anforderungen der Betriebe, die nicht immer zu den schulischen Leistungen oder Sozialkompetenzen der Bewerber passen.