Der missratene Start der Boeing 787 der Vietnam Airlines in München am vergangenen Samstag wäre beinahe in einer Katastrophe geendet. Die Maschine musste nach der Notlandung beschädigt abgeschleppt werden. Die Landung des Lufthansa-Airbus A380 am Montag, bei der die Beleuchtung der Landebahn beschädigt wurde, ging glimpflicher aus – die Passagiere konnten ganz normal am Gate aussteigen, die beschädigten Lichter waren nach einer Stunde bereits repariert.Unfälle beim Starten und Landen sind zwar nicht häufig, dennoch kommen sie immer wieder vor. Nach Auskunft der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) gab es in Deutschland in den vergangenen fünfeinhalb Jahren 13 Mal Probleme bei Landungen und 15 Mal bei Starts, im vergangenen Jahr musste die BfU fünfmal wegen Lande- und zweimal wegen Startunfällen ermitteln. In München ist im vergangenen Jahr nichts dergleichen passiert. Dennoch gab es auch hier wiederholt Probleme. Ein Überblick über Vorfälle seit der Jahrtausendwende.Am Abend des 15. Juli 2024 setzten die Piloten einer Bombardier Canadair der Lufthansa nach dem Start von München nach Stuttgart wegen Triebwerksproblemen einen Notruf ab und landeten nach 20 Minuten wieder in München auf der nördlichen Piste. 63 Passagiere und vier Crewmitglieder blieben unversehrt.Vielen in Erinnerung dürfte noch der 20. Januar 2016 sein, als ein Airbus A320 beim Anrollen zwei Enteisungsfahrzeuge rammte. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.Am 17. Mai 2012 musste eine mit 58 Passagieren besetzte Propellermaschine der Air Dolomiti vom Typ ATR 72 wegen Rauchs in der Kabine umkehren. Bei der Notlandung kam die Maschine von der Piste ab, schlitterte 90 Meter über eine Wiese und kam erst etwa 20 Meter vor dem Zaun des Airport-Geländes zum Stehen. Dabei wurden fünf Passagiere leicht verletzt.Beim Rollen zur Startbahn brach am 17. August 2007 bei einem Airbus A330 ein Fahrwerksträger, 244 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder konnten das Flugzeug auf dem Rollweg unverletzt über Treppen verlassen.Am 5. Januar 2004 musste eine aus Wien kommende Fokker 70 der Austrian Airlines wegen Problemen an einem Triebwerk notlanden. Die Maschine setzte viereinhalb Kilometer vor der Landebahn auf einem schneebedeckten Acker auf und wurde dabei schwer beschädigt. Vier Besatzungsmitglieder und 28 Passagiere kamen, bis auf drei leicht Verletzte, mit dem Schrecken davon.Am 22. Januar 2003 rutschte am frühen Morgen auf dem Weg zum Start eine Boeing 737 der Deutschen BA von einem vereisten Rollweg ins Gras. 95 Passagiere und fünf Crewmitglieder blieben unversehrt und konnten die stecken gebliebene Maschine über Flugzeugtreppen verlassen. Am selben Tag, nur 14 Stunden später, meldete der Pilot einer von Mallorca kommenden Boeing 737 der Hapag Lloyd im Landeanflug Probleme mit den Landeklappen. Auch dieser Vorfall endete glimpflich. Die Maschine setzte um 20.53 Uhr auf und kam auf der Landebahn normal zum Stillstand. Von den 180 Passagieren an Bord der Maschine wurde niemand verletzt.Eine im italienischen Cagliari gestartete Canadair CL 600 musste am 14. September 2002 mit eingefahrenem Bugfahrwerk landen und kam auf der Landebahn zum Stehen. 49 Fluggäste und vier Besatzungsmitglieder konnten das Flugzeug durch die Notausgänge über den Tragflächen und den vorderen Ausgang verlassen.(Mit Material der dpa)
Flughafen München: Vorfälle bei Starts und Landungen - ein Chronologie
Innerhalb von zwei Tagen hat es am Münchner Flughafen zwei Zwischenfälle gegeben. Es ist nicht das erste Mal, dass dort Maschinen beim Starten oder Landen in Schwierigkeiten geraten. Ein Überblick.







