„Die Rente ist sicher.“ Diesen berühmten Satz, der nicht nur eine Meinung, sondern einen ethischen Grundsatz manifestiert, sprach Arbeitsminister Norbert Blüm am 10. Oktober 1997 im Deutschen Bundestag. Blüm, der clevere Sozialpolitiker der CDU, wusste natürlich damals schon, wie entscheidend in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft die finanzielle Versorgung ist.

Und er wusste, wie sehr über Jahrzehnte einzahlende Arbeitnehmer auf den entsprechenden Ausgleich ihres Staates angewiesen sind. Blüm wollte die Ängste vieler Menschen mildern, die seit Bestehen der heutigen Rente 1957 stets in Intervallen auftraten, die immer wieder Zweifel als Ausdruck hatten, ob man nicht doch in Altersarmut rutschen könnte.

Bedeutung der Rente

Aus diesen Gründen waren die bundesdeutschen Regierungen vor und nach der Wende bemüht, solche furchtbeflissenen Diskussionen gar nicht erst ausbreiten zu lassen. Denn die Rente, so die Argumentation, soll von ihrem Anspruch kein Almosen, sondern vielmehr eine Grundsicherung sein. Insofern hat die Rente, die monatlich wiederkehrende Zahlung, in Deutschland eine weit größere Bedeutung als nur die Finanzierung des Lebens im Alter. Sie ist ein zentraler Bestandteil des Sozialstaats und berührt daher Fragen von sozialer Gerechtigkeit, Solidarität und dem Verhältnis der Generationen.