Gab es im Gazastreifen nie eine Hungersnot? Israels Regierung führt einen UNICEF-Bericht an, um das zu behaupten. Das Kinderhilfswerk widerspricht.

Sauberes Wasser bleibt knapp. Ein erschöpftes Mädchen am Rande eines Zeltlagers in Gaza-Stadt

Dawoud Abu Alkas/reuters

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, hat Fortschritte im Kampf gegen Hunger im Gazastreifen vermeldet: Die Ernährungssicherheit für Kinder habe sich seit Beginn der sogenannten Waffenruhe verbessert, gab es kürzlich in einer Pressemitteilung bekannt. Die israelische Regierung nahm das als Beleg dafür, dass es im Gazastreifen nie eine Hungersnot gegeben habe.

Auf X verbreitete Israels Außenministerium vorige Woche eine Karte der Region und schrieb dazu, dass es im Küstenstreifen laut einem UNICEF-Bericht kaum Mangelernährung gebe – sogar weniger als in Nachbarländern wie Ägypten und Jordanien sowie Syrien und dem Irak, die auf der Karte in Gelb und Rot eingezeichnet waren. Israels UN-Botschafter Danny Danon schrieb triumphierend, selbst UN-Organisationen würden inzwischen einräumen, dass es im Gazastreifen nie eine Hungersnot gegeben habe. Viele israelische Medien berichteten darüber, auch die Jüdische Allgemeine griff die Geschichte auf.