Gut zwei Monate nach dessen Enthüllung nennt Qualcomm technische Daten des Einstiegsprozessors Snapdragon C, der fortan in besonders günstigen Notebooks zum Einsatz kommt. Dass darin anders als beim Snapdragon X keine Oryon-Kerne zum Einsatz kommen, war schon bislang klar. Doch die nun genannte Fertigung in einem 6-Nanometer-Prozess lässt darauf schließen, dass die acht (weiterhin offiziell nicht näher spezifizierten) Kryo-Kerne wohl der alten Generation Cortex-A78 beziehungsweise A55 entsprechen dürften. Zum Vergleich: Der Ende 2021 vorgestellte und ebenfalls in Windows-on-ARM-Geräten verwendete Snapdragon 8cx Gen3 (von Microsoft in Surface-Geräten auch SQ3 genannt) lief bereits in einem 5-Nanometer-Prozess vom Band und hatte flottere Cortex-X1-Kerne. Damit dürfte der Snapdragon C langsamer sein als dieser, welcher damals schon nicht wirklich die Butter vom Brot zog. Auch die im Snapdragon C verwendete integrierte Grafikeinheit Adreno 643 dürfte in 3D-Spielen kein Land sehen.

In von Qualcomm veröffentlichen Folien taucht als Vergleich kein neuerer Snapdragon X(2) oder ein moderner x86-Prozessor auf, sondern nur Intels Einstiegsprozessor N250 – der mit noch älterer Intel-7-Technik entsteht. Insofern verwundert es kaum, dass Qualcomms Neuling in den Hersteller-Benchmarks hinsichtlich Performance wie auch Energieeffizienz besser dastehen soll. Auch hat der N250 nur vier CPU-Kerne, obwohl es in der Baureihe auch das Achtkern-Gegenstück N350 gäbe. Sobald wir ein Notebook mit Snapdragon C in die Hände bekommen, werden wir eigene Benchmarks durchführen und veröffentlichen. Es steht zu erwarten, dass der Snapdragon C von neueren Low-End-Prozessoren wie Intels Core 300 (ohne Ultra; Codename Wildcat Lake) oder auch Apples A18 Pro im MacBook Neo geschlagen wird.