PfadnavigationHomekmpktBeeindruckende Wesen10 unglaubliche Kreaturen, die einst die Erde bewohntenStand: 11:39 UhrLesedauer: 6 MinutenSmilodon konnte sein Maul erstaunliche 130 Grad weit öffnen – fast doppelt so weit wie heutige GroßkatzenQuelle: Getty Images/Stocktrek Images/Corey Ford/Stocktrek ImagesFische mit gepanzertem Kopf oder riesige Insekten – diese 10 längst ausgestorbenen Kreaturen zeigen, wie erstaunlich, gefährlich und manchmal auch tragisch die Geschichte des Lebens auf der Erde war.Manche Tiere der Erdgeschichte wirken, als hätte sich jemand besonders wilde Monster ausgedacht: Fische mit gepanzertem Kopf, Insekten mit der Spannweite eines Greifvogels oder Haie, so groß wie Busse. Doch all diese Wesen gab es wirklich. Manche verschwanden vor Hunderten Millionen Jahren, andere erst, als Menschen bereits über sie berichteten.Bevor du mehr über die Kreaturen erfährst, verrate uns noch Folgendes:1. Quetzalcoatlus: Ein giraffenhoher FlugsaurierQuetzalcoatlus war eines der größten flugfähigen Tiere, die je gelebt haben. Der Flugsaurier existierte gegen Ende der Kreidezeit im heutigen Nordamerika – also noch zur Zeit der Dinosaurier. Er selbst wird allerdings zu den Pterosauriern, also den Flugsauriern, gezählt.Besonders beeindruckend war seine Größe: Quetzalcoatlus northropi erreichte vermutlich eine Flügelspannweite von rund zehn Metern. Fossilien wurden unter anderem im Big Bend National Park in Texas gefunden. Dort lebte das Tier vor etwa 67 bis 66 Millionen Jahren.Wie genau ein so großes Tier starten und fliegen konnte, war lange ein Rätsel. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass Quetzalcoatlus fliegen und sich an Land auf allen Vieren fortbewegen konnte. Biomechanischen Modellen zufolge könnte er sich mit einem kraftvollen vierbeinigen Sprung in die Luft katapultiert haben. Lesen Sie auch2. Inostrancevia: Der Säbelzahnjäger vor den DinosauriernInostrancevia lebte vor rund 259 bis 252 Millionen Jahren, also noch vor den Dinosauriern. Auf den ersten Blick erinnerte das Tier vielleicht an eine Mischung aus Bär und Säbelzahnkatze. Tatsächlich war es aber weder das eine noch das andere.Inostrancevia gehörte zu einer Gruppe von Tieren, die entfernt mit der Entwicklungslinie der Säugetiere verbunden ist. Man kann es sich als sehr frühen, säugetierähnlichen Räuber vorstellen. Besonders auffällig waren seine langen, säbelartigen Eckzähne. Mit ihnen konnte er große Pflanzenfresser angreifen und ihnen Verletzungen zufügen. Er lebte kurz vor einem der größten Einschnitte der Erdgeschichte: dem Massenaussterben am Ende des Perms. Damals verschwanden sehr viele Arten von der Erde – und mit ihnen auch Räuber wie Inostrancevia. Fossilien der Kreatur wurden im nördlichen Russland sowie in Südafrika gefunden.3. Meganeura: Das libellenähnliche RieseninsektMeganeura sah einer Libelle ähnlich, war aber deutlich größer als alles, was heute durch unsere Gärten schwirrt. Das Insekt lebte im Karbon, vor mehr als 300 Millionen Jahren, und erreichte eine Flügelspannweite von ungefähr 70 Zentimetern.Damit gehörte Meganeura zu den größten fliegenden Insekten der Erdgeschichte. Wahrscheinlich jagte sie andere Insekten in der Luft. Warum es damals überhaupt so große Exemplare gab, wird bis heute diskutiert. Eine Erklärung ist, dass es in der Atmosphäre zeitweise mehr Sauerstoff als heute gab. Das könnte Insekten geholfen haben, größer zu werden.4. Tanystropheus: Ein Reptil wie NessieSein Hals war mit etwa drei Metern extrem ausgeprägt und nahm bei ausgewachsenen Tieren ungefähr die Hälfte der gesamten Körperlänge ein, die bis zu sechs Meter betragen konnte. Damit war der Hals allein genauso lang wie Rumpf und Schwanz zusammen.Lange rätselten Forscher, wie dieses Tier gelebt haben könnte. Heute spricht vieles dafür, dass Tanystropheus viel Zeit im und am Wasser verbrachte. Dort könnte er wie ein Lauerjäger auf Beute gewartet haben. Mit seinem langen Hals konnte er nach Fischen oder anderen Wassertieren schnappen, ohne seinen ganzen Körper bewegen zu müssen. So seltsam Tanystropheus auch aussieht: Seine Form war also vermutlich kein Unfall der Evolution, sondern eine clevere Anpassung an seine Lebensweise.5. Dunkleosteus: Der Panzerfisch mit dem ScherenmaulDunkleosteus lebte vor rund 382 bis 358 Millionen Jahren und gehörte zu den furchteinflößendsten Räubern seiner Zeit. Sein Kopf war schwer gepanzert, und statt normaler Zähne hatte er scharfkantige Knochenplatten im Kiefer.Wenn Dunkleosteus zubiss, funktionierte sein Maul wie eine gewaltige Schere. Damit konnte er Beute packen und zerteilen. Früher wurde dieser Fisch oft deutlich größer dargestellt, als er nach heutigen Schätzungen wahrscheinlich war. Vermutlich erreichten viele erwachsene Tiere eher etwa drei bis vier Meter Länge.6. Megalodon: Der Riesenhai der UrmeereMegalodon war einer der größten Haie, die je gelebt haben. Er schwamm vor etwa 23 bis 3,6 Millionen Jahren durch die Meere und jagte wahrscheinlich große Meerestiere, darunter Wale.Wie groß Megalodon genau wurde, ist nicht leicht zu bestimmen. Von ihm sind vor allem handgroße Zähne erhalten geblieben, denn Knorpel – aus dem Haie größtenteils bestehen – fossilisiert viel schlechter als Knochen. Je nach Rekonstruktion könnte Megalodon etwa 15 bis 18 Meter lang geworden sein, neueren Schätzungen zufolge sogar mehr als 20 Meter. Damit war er etwa so lang wie ein Gelenkbus.7. Glyptodon: Das Gürteltier mit KnochenpanzerGlyptodon sah aus wie ein überdimensionales Gürteltier mit einem kuppelförmigen Panzer. Er lebte während des Pleistozäns bis zum frühen Holozän und verschwand erst vor rund 11.000 Jahren, also gegen Ende der Eiszeit. Sein Rücken war von einem schweren Panzer aus Knochenplatten geschützt. Dieser machte Glyptodon nicht gerade wendig, aber er bot guten Schutz vor Feinden.8. Smilodon: Die berühmte SäbelzahnkatzeSmilodon wird oft „Säbelzahntiger“ genannt. Genau genommen ist das aber falsch: Smilodon war keine Tigerart, sondern eine Säbelzahnkatze. Das Tier lebte hauptsächlich während des Pleistozäns, etwa von vor 2,5 Millionen Jahren bis vor rund 10.000 Jahren. Zu finden war es in Nord- und Südamerika. Seine markanten Säbelzähne konnten weit aus dem Maul herausragen. Damit sie überhaupt eingesetzt werden konnten, musste Smilodon sein Maul sehr weit öffnen.Vermutlich verließ sich Smilodon nicht nur auf seine Zähne, sondern auch auf seine kräftigen Vorderbeine. Mit ihnen konnte er Beute festhalten, bevor er zubiss. Besonders viele Fossilien wurden in den La Brea Tar Pits in Kalifornien gefunden.9. Megatherium: Ein riesiges BodenfaultierMegatherium war zwar ein Faultier, aber keines, das in Bäumen abhing. Dafür war es mit bis zu 3,5 Metern Höhe im aufgerichteten Zustand und vier Tonnen Gewicht viel zu groß und schwer. Dieses Bodenfaultier lebte vor etwa zwei Millionen Jahren bis vor 10.000 Jahren in Südamerika und konnte mehrere Meter lang werden. Es konnte sich vermutlich auf die Hinterbeine aufrichten, um an höhere Pflanzen zu gelangen.10. Dodo: Der Mensch lernte ihn noch kennenDer Dodo ist das „jüngste“ Tier in dieser Liste und gerade deshalb ist seine Geschichte traurig. Er lebte auf Mauritius im Indischen Ozean und konnte nicht fliegen. Für ein Leben auf einer abgelegenen Insel war das lange kein Problem. Dort gab es keine großen Raubtiere, vor denen er hätte davonfliegen müssen.Das änderte sich, als Menschen auf die Insel kamen. Sie jagten den Dodo, veränderten seinen Lebensraum und brachten Tiere wie Ratten, Schweine, Hunde und Katzen mit. Diese fraßen vermutlich Eier und Jungvögel oder störten die Brutplätze. Die letzte zuverlässige Sichtung stammt aus dem 17. Jahrhundert. Heute gilt der Dodo als eines der bekanntesten Symbole dafür, wie schnell eine Art durch menschlichen Einfluss verschwinden kann.Kristina Baum
Quiz: 10 unglaubliche Kreaturen, die einst die Erde bewohnten – kennst Du sie? - WELT
Fische mit gepanzertem Kopf oder riesige Insekten – diese 10 längst ausgestorbenen Kreaturen zeigen, wie erstaunlich, gefährlich und manchmal auch tragisch die Geschichte des Lebens auf der Erde war.






