Seit Ende Juli schiebt Deutschland auch nicht straffällige Männer nach Afghanistan ab. Die Behörden brauchen dafür die Erlaubnis von Taliban-Vertretern.
Abschiebeflug nach Afghanistan mit einer Chartermaschine am 27. Juli dieses Jahres vom Flughafen Leipzig/Halle
Erik-Holm Langhof/imago
Vor fünf Jahren schaute die Welt fassungslos zu, wie sich am Flughafen Kabul verzweifelte Menschen von außen an Flugzeuge klammerten. Denn nach der Machtübernahme der Taliban wollten Tausende Afghanistan um jeden Preis verlassen. Inzwischen ist es die Afghanistanpolitik der Bundesregierung und der Länder, die fassungslos macht.
Da ist etwa Faridoon Tofan, ein 46-jähriger Ingenieur. Er ist laut des Flüchtlingsrats Berlin 2022 aus Afghanistan geflohen und lebt in Brandenburg, wo er auch arbeitete. Aktuell sitzt er nach Angaben von Amnesty International am Münchener Flughafen in Abschiebehaft – seit mehr als drei Monaten. Er war zu einer Hochzeit in Rom gereist, und er habe nicht gewusst, dass ihm das mit einer Duldung nicht gestattet sei. Ihm droht nun die Abschiebung nach Afghanistan.







